uf vier Seiten präsentiert Aftonbladet heute eine Menge von Fotos und ein Interview mit Johanna Sällströms Vater Roy.
Das Ganze wäre nicht so anrüchig, wenn nicht heute Abend um 21.00 auf TV 4 "Vor dem Frost" (Innan frosten) als erster einer Reihe von Wallander-Filmen gezeigt würde.
Unter der Woche hatte Johannas Mutter der Konkurrenz von Expressen ein Interview gegeben.
Es gibt eine Reihe von Einzelheiten, die aber nichts Neues zu Tage fördern. Johanna war überarbeitet, vom Tsunami tief betroffen, depressiv. Brach ihre Arbeit an den Tschechow-Aufführungen in Malmö nach mehreren Tagen Fieber ab, wurde in einer psychiatrischen Klinik behandelt, erhielt Freigang, um sich¨um ihre Tochter Talulah zu kümmern.
Auch der Vater macht sich Vorwürfe, nicht entschieden genug gehandelt zu haben. Die Tochter zu zwingen, in Behandlung zu bleiben, sie alleine gelassen zu haben.
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15. April 2007
8. April 2007
Das Rätsel um den Tod von Johanna Sällström
Vor ein paar Wochen wurde die junge Schauspielerin Johanna Sällström tot in ihrer Wohnung in Malmö aufgefunden.
Den Logdateien meines Blogs entnehme ich, dass immer wieder über google.de nach Informationen über Johanna gesucht wird und so Besucher in mein Blog kommen, wo ich die Nachricht sehr früh gebracht hatte. Johanna Sällström hatte in Deutschland offenbar viele Fans, nicht zuletzt wegen ihrer Rolle in den populären Wallander-Filmen an der Seit von Krister Henriksson.
Ich habe mich nun einmal nach Informationen im schwedischsprachigen Internet umgeschaut.
Johanna und ihre kleine Tochter erlebten im Dezember 2004 die Tsunami-Katastrophe in Thailand. Es heisst, dass dies ihr Leben verändert hat. Sie wurde schwermütiger und war oft in tiefen Gedanken versunken. Stürzte sich in die Arbeit und machte in einem Jahr 13 Filme.
Über die Todesursache stand nichts in den Zeitungen. Selbst die sonst so effekthaschende und auf schnellen Verkauf angewiesenen Abendzeitungen Expressen und Aftonbladet hatten sich Schweigen verordnet, wohl auch mit Rücksicht auf Johannas kleine Tochter.
Dagens Nyheter schrieb: "Sie wurde tot in ihrer Wohnung in Malmö aufgefunden. Nach Angaben der Polizei in Malmö gibt es keinen Anlass, ein Verbrechen zu vermuten."
Svenska Dagbladet: "Die Todesursache ist noch nicht bekannt, aber es gibt keinen Verdacht auf ein Verbrechen."
Im Blog Åsiktstorpeden steht folgender Kommentar: "Wird Johannas Tochter ihre Mamma weniger vermissen, nur weil wir es beschämend finden, über psychische Krankheiten zu reden? Johanna Sällströms Selbstmord handelt von einem einzigen Versagen. Dem Versagen der schwedischen Psychiatrie, denn soweit ich weiss hat Johanna Hilfe wegen starker Depressionen gesucht. Das Schweigen der Medien trägt somit nicht nur zum Tabu bei und damit zur Schande für die Angehörigen, das Schweigen führt auch dazu, dass es über das Versagen der Psychiatrie keine Diskussion gibt." Der Blogger weist darauf hin, dass es 2002 in Schweden 540 Verkehrstote gab, aber 1485 Selbstmorde. Die Forschung zur Verkehrsicherheit bekomme 70 Millionen Kronen pro Jahr, die Forschung zur Verhinderung von Selbstmorden dagegen nur 2 Millionen.
Natürlich hätte sie gerettet werden können. Es ist oft der mangelnde Einsatz der Psychiatrie, vor allem darin begründet, dass die finanziellen und personellen Ressourcen drastisch reduziert worden sind in den vergangenen 15 Jahren. Das führt zu furchtbaren Gewalttaten wie etwa dem Mord an Anna Lindh oder dem Mord an dem kleinen Filipp vor wenigen Monaten. Es führt aber auch zu Selbstmorden wie dem von Johanna Sällström, ungleich weniger spektakulär. Es nützt wirklich nichts, das zu verschweigen. Menschen wie Johanna, die in tiefer Depression gelandet sind, was jedem passiern kann, muss geholfen werden. Wenn man erkennt, dass sie suizidal sind, muss man sie vor sich selber schützen. Jeder Tod dieser Art ist ein Versagen der Gesellschaft. Ein kleines Mädchen muss jetzt ohne seien Mutter aufwachsen. Vem bryr sig? Wer macht sich Gedanken darüber? Wer handelt?
Ein weiterer Grund für das Schweigen der Medien ist sicherlich auch, dass viele psychisch Kranke, suizidgefährdete Menschen sich Johanna Sällström zum Vorbild nehmen könnten.
ÄNDERUNG (06.05.2007):
Ich nehme hier das Youtube-Video zu Johanna raus und lege das Musikvideo von The Fray: "How To Save A Life" rein, dessen Text sehr gut passt, jedes Mal, wenn ich das Lied höre, denke ich an Johanna Sällström.
Den Logdateien meines Blogs entnehme ich, dass immer wieder über google.de nach Informationen über Johanna gesucht wird und so Besucher in mein Blog kommen, wo ich die Nachricht sehr früh gebracht hatte. Johanna Sällström hatte in Deutschland offenbar viele Fans, nicht zuletzt wegen ihrer Rolle in den populären Wallander-Filmen an der Seit von Krister Henriksson.
Ich habe mich nun einmal nach Informationen im schwedischsprachigen Internet umgeschaut.
Johanna und ihre kleine Tochter erlebten im Dezember 2004 die Tsunami-Katastrophe in Thailand. Es heisst, dass dies ihr Leben verändert hat. Sie wurde schwermütiger und war oft in tiefen Gedanken versunken. Stürzte sich in die Arbeit und machte in einem Jahr 13 Filme.
Über die Todesursache stand nichts in den Zeitungen. Selbst die sonst so effekthaschende und auf schnellen Verkauf angewiesenen Abendzeitungen Expressen und Aftonbladet hatten sich Schweigen verordnet, wohl auch mit Rücksicht auf Johannas kleine Tochter.
Dagens Nyheter schrieb: "Sie wurde tot in ihrer Wohnung in Malmö aufgefunden. Nach Angaben der Polizei in Malmö gibt es keinen Anlass, ein Verbrechen zu vermuten."
Svenska Dagbladet: "Die Todesursache ist noch nicht bekannt, aber es gibt keinen Verdacht auf ein Verbrechen."
Im Blog Åsiktstorpeden steht folgender Kommentar: "Wird Johannas Tochter ihre Mamma weniger vermissen, nur weil wir es beschämend finden, über psychische Krankheiten zu reden? Johanna Sällströms Selbstmord handelt von einem einzigen Versagen. Dem Versagen der schwedischen Psychiatrie, denn soweit ich weiss hat Johanna Hilfe wegen starker Depressionen gesucht. Das Schweigen der Medien trägt somit nicht nur zum Tabu bei und damit zur Schande für die Angehörigen, das Schweigen führt auch dazu, dass es über das Versagen der Psychiatrie keine Diskussion gibt." Der Blogger weist darauf hin, dass es 2002 in Schweden 540 Verkehrstote gab, aber 1485 Selbstmorde. Die Forschung zur Verkehrsicherheit bekomme 70 Millionen Kronen pro Jahr, die Forschung zur Verhinderung von Selbstmorden dagegen nur 2 Millionen.
Natürlich hätte sie gerettet werden können. Es ist oft der mangelnde Einsatz der Psychiatrie, vor allem darin begründet, dass die finanziellen und personellen Ressourcen drastisch reduziert worden sind in den vergangenen 15 Jahren. Das führt zu furchtbaren Gewalttaten wie etwa dem Mord an Anna Lindh oder dem Mord an dem kleinen Filipp vor wenigen Monaten. Es führt aber auch zu Selbstmorden wie dem von Johanna Sällström, ungleich weniger spektakulär. Es nützt wirklich nichts, das zu verschweigen. Menschen wie Johanna, die in tiefer Depression gelandet sind, was jedem passiern kann, muss geholfen werden. Wenn man erkennt, dass sie suizidal sind, muss man sie vor sich selber schützen. Jeder Tod dieser Art ist ein Versagen der Gesellschaft. Ein kleines Mädchen muss jetzt ohne seien Mutter aufwachsen. Vem bryr sig? Wer macht sich Gedanken darüber? Wer handelt?
Ein weiterer Grund für das Schweigen der Medien ist sicherlich auch, dass viele psychisch Kranke, suizidgefährdete Menschen sich Johanna Sällström zum Vorbild nehmen könnten.
ÄNDERUNG (06.05.2007):
Ich nehme hier das Youtube-Video zu Johanna raus und lege das Musikvideo von The Fray: "How To Save A Life" rein, dessen Text sehr gut passt, jedes Mal, wenn ich das Lied höre, denke ich an Johanna Sällström.
14. Februar 2007
Johanna Sällström tot aufgefunden
Am Dienstagabend fand man die Schauspielerin Johanna Sällström tot in ihrer Wohnung in Malmö. Sie wurde nur 32 Jahre alt. Die Polizei hat keine Verdachtsmomente hinsichtlich eines Verbrechens.
Johanna Sällström war vor allem durch ihre Darstellung der Linda Wallander, Tochter des Kommisars Kurt Wallander aus den Roman von Henning Mankell, bekannt geworden.
Sie hinterlässt eine fünf Jahre alte Tochter.
Johanna Sällström war vor allem durch ihre Darstellung der Linda Wallander, Tochter des Kommisars Kurt Wallander aus den Roman von Henning Mankell, bekannt geworden.
Sie hinterlässt eine fünf Jahre alte Tochter.
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