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15. Juli 2007

Lunarstorm "gehackt" - Konten von 5.000 Usern gelöscht

Das mit Abstand erfolgreichste Internetportal für Jugendliche ist seit Jahr und Tag Lunarstorm. Hier trifft man vorwiegend Kids zwischen 12 und 22, kann Bilder von sich einstellen, Tagebuch schreiben, Communities bilden und ständig mit anderen "lunare" in Kontakt sein.

Um sich (gratis) zu registrieren braucht man aus Sicherheitsgründen eine schwedische Personennummer. Auch das konnte nicht verhindern, dass vor ein paar Jahren zwei Jugendliche zwei Mädchen via Lunarstorm im wirklichen Leben (IRL) trafen, ausraubten und im Winter betäubt im Wald in der Nähe von Båstad zurückliessen. Beide Mädchen erfroren.

Nun aber kam Lunarstorm wegen etwas ganz anderem in die Schlagzeilen - Aftonbladet berichtet heute, dass die Konten von 5.000 Jugendlichen bei Lunarstorm von Hackern gelöscht worden sind. In allen Konten befindet sich nurmehr ein Hinweis auf eine Konkurrenzseite nämlich die immer noch viel kleinere, dennoch populäre Hamsterpaj-Seite. Deren Besitzer schwört nichts mit der Angelegenheit zu tun zu haben. Lunarstorm lässt die Angelegenheit untersuchen.

Beide Seiten können sich aber kaum bessere Werbung wünschen...

23. April 2007

Neues Gesetz soll Pädophile stoppen

Endlich will Schweden dem Beispiel Grossbritanniens folgen und es unter Strafe stellen, wenn Erwachsene mit sexuellen Absichten unter falscher Identität Kontakt mit Kindern im Internet aufnehmen.

Ein entsprechender Gesetzesentwurf wird heute Justizministerin Beatrice Ask (m) vorgelegt. Einer Untersuchung des Rats zur Vorbeugung von Verbrechen (BRÅ) zufolge, gaben bei einer Untersuchung 50% aller befragten Mädchen in der neunten Klasse an, dass sie im Internet schon einmal von Männern wegen sexueller Dinge angesprochen worden seien.

Der schwedische Entwurf geht weiter als der britische, in dem er bereits die Kontaktanbahnung, die meistens unter vorgetäuschter Identität eines mit dem Kind Gleichaltrigen geschieht, schon unter Strafe stellen wird.

Eine sehr gute Initiative. Allerdings dürfte die Zahl der Straftaten, die in Schweden begangen werden, so immens hoch sein, dass man sich fragen muss, wie die Strafverfolgung in der Praxis aussehen soll. Grooming, wie der Straftatbestand im Englischen heisst, ist so umfassend, dass die schwedische Polizei mit ihren bescheidenen Ressourcen wohl kaum von den STraftätern ernst genommen werden muss.

Heute arbeiten schon viel zu wenige schwedische Polizisten gegen Kinderpornographie im Internet. Ein weiteres eminentes Problem ist juristischer Natur: Es wird sehr schwer zu beweisen sein, dass sexuelle Absichten vorliegen. Man braucht die lückenlose Zusammenarbeit aller Chatseiten für Jugendliche und Kinder von Lunarstorm und Habbo und so weiter.

UUnd man braucht empfindliche Strafmasse für Verbrechen dieser Art.

Eltern müssen nicht mehr nur um ihre Kinder fürchten, wenn sie auf dem Hof oder in der Nachbarschaft spielen, sondern auch, wenn sie in ihrem eigenen Zimmer sitzen. Ich kann allen Vätern und Müttern nur raten, unbedingt darauf zu achten, auf welchen Internetseiten ihre Kinder surfen. Wenn es interaktive Portale sind, auf denen man mit anderen kommunizieren kann, sollte man dringlichst mit dem Kind Zeit vor dem PC verbringen und es über alle Gefahren aufklären. Manche Eltern verbieten solche Seiten einfach oder sperren den Browser des Computers, das geht natürlich auch.

19. April 2007

Der Alexandramann

Atheer Al Suhairy stand gestern vor dem Oberlandesgericht, das zwar seine 12-Jährige Haftstrafe auf zehn Jahre senkte, aber es bleibt bei lebenslanger Ausweisung aus Schweden - in den Irak, den Al Suhairy als kleiner Junge verlassen hatte.

Auch das Revisionsgericht sah es als erwiesen an, dass sich Al Suhairy über mehrere Jahre als "Alexandra" in verschiedenen Internetforen mit Kindern und jungen Mädchen unterhalten hat. Er gab vor, ein Fotomodell namens Alexandra zu sein, erschlich sich so das Vertrauen der Heranwachsenden. Alexandra vermittelte dann den Kontakt zu einem männlichen Freund, Al Suhairy.

58 Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren hat "Alexandra" Al Suhairy innerhalb mehrerer Jahre sexuell missbraucht. Einige von ihnen haben Selbstmordversuche unternommen, viele sind immer noch in psychiatrischer Behandlung.

Der Prozess gegen den "Alexandramann" ist das umfassendste Sexualdelikt in der schwedischen Kriminalgeschichte.

Nach Verbüßung der Haftstrafe soll Al Suhairy in sein Heimatland Irak ausgewiesen werden.

Unverständlich, warum das Oberlandesgericht die Haftstrafe in einem besonders schweren Fall uzm zwei Jahre absenkt, unverständlich, warum al Suhairy nicht sofort in den Irak abgeschoben wird und seine Opfer und deren Angehörige zehn Jahre lang mit ihren Steuern den weiteren Aufenthalt eines Mannes finanzieren müssen, der nicht nur Körper geschändet, sondern vor allem Seelen auf unabhsehbare Zeit schwer geschädigt hat.