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9. August 2007

Life On Mars



Im schwedischen Fernsehen herrscht meistens gähnende Langeweile. Einer der wenigen Glanzpunkte des Programms ist die gerade laufende zweite Staffel der britischen Kriminalserie "Life On Mars".

Sam Tyler ist Detective Inspector in Manchester. Bei der Jagd nach einem Frauenmörder wird Tyler von einem Auto angefahren und fällt in tiefes Koma und wacht im Manchester des Jahres 1973 auf und ist auch dort Polizist.

Aber die Gesellschaft und die Ermittlungsmethoden seines Chefs Gene Hunt und der anderen Kollegen kommen ihm vor wie das Leben auf dem Mars nach David Bowies Hit.

Die Serie wurde mit einem "Emmy", dem wertvollsten Preis in Grossbritannien ausgezeichnet. Tolle Kulissen, tolle Kostüme, fantastische Schauspieler und der Soundtrack der 70er.

In Deutschland lief die Serie leider nur auf Kabel1 unter dem Titel "Life on Mars - Gefangen in den Siebzigern". Sie hätte ein grosses Publikum auch in Deutschland verdient und stellt alle deutschen (und schwedischen) Produktionen bei weitem in den Schatten.

In Deutschland kann man beide Staffeln mit insgesamt 16 Folgen bei Amazon als DVD bestellen. Aber ACHTUNG: Die deutschen Folgen sind geschnitten, die Originalversionen sind wie so oft um Klassen besser.

Gratulation an SVT für den Einkauf dieser grandiosen Serie.

6. August 2007

Män utan kvinnor

Män utan kvinnor heter en bok av litteraturens stormacho Ernest Hemingway.

Carl Cato skriver i DN om en undersökning som fanns i Aftonbladet och där det frsmgick att det bara finns tre kvinnor bland Sveriges 13 mest pouplära programledare i TV.

En massa funderingar och en intervju med Ann Söderlund som är en av de tre kvinnorna bland Top 13.

Kanske är det så enkelt att kvinnor och tjejer dominerar TV-tittandet och vill hellre se Ernst Kirchsteiger (låta) renovera sommartorp än Ann Söderlunds program.

Personligt ser jag hellre spännande och smarta (och snygga) kvinnor som Ann som programledare.

14. März 2007

Fernsehkritik: "Leende guldbruna ögon"

"Dansband"-Musik gehört zu dem, was man hierzulande gerne in die Rubrik "något av det svenskaste som finns" (etwas was kaum schwedischer sein könnte) einsortiert.

Ungekrönter König der singenden Combos, die mit ihren schmalzigen Schmonzetten durch die Provinz reisen ist der Barde Christer Sjögren mit seiner Gruppe "Vikingarna", die auch in Deutschland mit den teutonischen Versionen ihrer schwedischen Erfolgsschlager beachtliche Erfolge beim Publikum vom "Blauen Bock" und "Musikantenstadl" feierten. Sollte jemandem das Phänomen "Dansband" noch nichts sagen, der möge sich bei Youtube ein Video von Lasse Stefanz (hier mit Truck-Stop-Hut) anschauen mit dem Klassiker "De sista ljuva åren".

Mehr als 20% der schwedischen Bevölkerung hat wie man das heutzutage politisch korrekt sagt Migrationshintergrund. Dass aber dunkelhäutige und dunkelhaarige Menschen orientalischer Herkunft in einer "Dansband" spielen, das war bislang undenkbar und lediglich richtigen "Viking"ern vorbehalten (siehe oben).

Nun zeigte das schwedische Fernsehen eine dreiteilige Fernsehserie mit dem Titel "Lächelnde goldbraune Augen" - ein Dreiteiler, in dem der Versuch einer Gruppe von sympathischen Aussenseitern aus dem Getto der Vorstadt beschrieben wird, auf diesem urschwedischen Terrain Erfolg zu haben und Ernst genommen zu werden.

Die Charakterzeichnung überzeugend, das Drehbuch stimmig und lediglich am Ende mit dem Auftritt bei der schwedischsten aller Fernsehsendungen, dem allsommerlichen "Allsång på Skansen" und der Begegnung mit dem leibhaftigen Christer Sjögren etwas zu pathetisch.

Aber insgesamt die Höchstnote für diesen Dreiteiler.

Eine kongeniale Parabel über die schwedische Gesellschaft. Über den verzweifelten Versuch der Menschen mit Migrationshintergrund, in diesem Land akzeptiert zu werden. Sie versuchen es mit voller Kraft und stellen beim ersten öffentlichen Auftritt auf der Party eines Neureichen in Hammarby Sjöstad dann entsetzt fest, dass man sich über die dunkelhaarigen Einwanderer schon seit Wochen im ganzen Land königlich via Internet amüsiert.

Weil das Ganze zur besten Sendezeit läuft, gibt es am Ende dann doch das Happyend für die würdevollen Charaktere der Band, der Keyboarder gespielt von Fares Fares, den wir schon aus den Filmen seines Bruders Josef Fares ("Jalla! Jalla!" und "Kopps") kennen.

Das deutsche Fernsehen zeigt gerne Filme aus Schweden - hier ist eine Miniserie, die sich ARD und ZDF vormerken sollten, weil das Schwedenbild ungleich realistischer ist als in den in Schweden verspotteten "Inga Lundström"-Filmen des ZDF, in denen blondierte Deutsche Volvos fahren und in rustikalen roten Bauernhäusern einander mit einem gestelzten "Hej" begrüssen, bevor sie munter Hochdeutsch plaudern.

16. Februar 2007

Globalisierung

Als in Deutschland vor wie vielen Jahren eigentlich die erste Big Brother-Staffel lief, es muss wohl 2000 gewesen sein, und Namen wie Zlatko Trpkovic und Jürgen Milski einem noch etwas sagten, ja was denn eigentlich, rümpften schwedische Medien eher angewidert die Nase und runzelten die intellektuelle Stirn.

Ein paar Jahre weiter sehe ich die schwedischen Abendzeitungen und sehe den gleichen platten Verfall aller Niveaus.

Jeden Samstag weiterhin "Melodifestivalen", das ein ganzes Volk vor den Fernseher lockt. Eine Veranstaltung auf dem Niveau von Musikantenstadl und Hitparade. (Ich stelle trotzdem weiterhin die Videos der Sieger hier via youtube ein...)

Jeden Freitag "Let's Dance", wo abgehalfterte Zweit- und Drittpromis sich mit professionellen Tanzpartnern blamieren. Gestern schrie mir die Werbung einer der beiden Abendzeitungen ängstlich entgegen, dass es heute vielleicht ausfallen müsste, weil sich in Folge einer grassierenden Magen- und Darmgrippe mehrere Teilnehmer übergeben würden (auch so ein Wort: "kräksjuka"). Leider nur eine unerfüllte Hoffnung. Es wird getanzt.

Jedes Jahr: Idol. Schweden sucht den Superstar. Vier Möchtegernschallplattengurus beleidigen und belobhudeln mehr oder minder mäßig begabte Heranwachsende und ein Land schaut zu.

Morgen der Super-GAU: IDOL-Måns und IDOL-Stefan oder wie hieße er, treten beim ESC-Vorentscheid an.

Das nenne ich Globalisierung.