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13. Juli 2007

Islamische Freischule: Vier Klassenlehrer hören auf

Vier Klassenlehrer der Klassen 1-5 an der Al-Mustafa-Schule in Järfälla haben aufgrund unerträglicher Arbeitssituationen ihre Jobs aufgegeben. Gestern stand Schulbetreiber Kamal Moubadder wegen seiner Befürwortung der Sharia-Gesetze in den Medien.

Die Lehrer durften unter anderem nicht über Sexualkunde sprechen, wie in schwedischen Schulen normalerweise obligatorisch.

"Ich konnte nicht dazu stehen, was die Betreiber der Schule von uns wollten," sagte einer der Lehrer. Staffan Kihlström berichtet in einem Artikel in Dagens Nyheter, dass der reluigiöse Druck der Eltern der Kinder sehr gross sei. So sei beispielsweise üblich, dass Mädchen ab der dritten Klasse Schleier tragen müssten.

Ein Lehrer berichtet, dass die Kinder sehr isoliert lebten und eigentlich keinen Kontakt mit der schwedischen Gesellschaft bekämen, was auch nicht von den Eltern erwünscht sei.

Betreiber der Schule ist die ASIP Skola AB, eine Aktiengesellschaft, die ihre Post unter c/o Moubadder erhält. Die schwedische Schulbehörde Skolverket hatte schon 2003/2004 auf mehrere Mängel an der Schule aufmerksam gemacht.

So kritisierte Skolverket, dass viele Lehrer keine schwedische Lehrerausbildung hätten und dass die für das schwedische Schulwesen grundlegenden Dokumente den Lehrern zu wenig bekannt seien. Skolverket hatte auch bemängelt, dass zentrale Momente in den praktisch-ästhetischen Fächern nicht gelehrt würden. Ein weiterer Kritikpunkt galt en Kriterien für Notengebung, die in mehreren Punkten mit den national festgelegten Kriterien nicht übereinstimmten.

Die Schulleitung und die Schulbetreiber haben daraufhin Massnahmen ergriffen, um den Mängeln abzuhelfen.

Doch Moubadders radikale Auslegung des Koran und seine Auffassung, dass ein gläubiger Muslim die Gesetze Allahs vor die Gesetze der Menschen stellen müsse, gibt Befürchtungen Anlass, dass genau dies den Kindern an der Al-Mustafa-Schule eingebläut wird. Skolverket hat eine neuerliche Prüfung angekündigt, die noch vor dem Ende der Ferien fertig sein soll.

12. Juli 2007

Schwedischer Schulbetreiber für Sharia-Gesetze

Kamal Moubadder ist einer von zwei Betreibern einer arabisch-islamischen freien Schule in Järfälla, nördlich von Stockholm. 1992 schrieb Moubadder ein Büchlein mit dem Titel "40 Fragen zum Islam", in dem er sich vorbehaltlos zu den Gesetzen der Sharia bekennt.

Dazu gehört die körperliche Verstümmelung von Dieben, die Todesstrafe für Untreue in der Ehe und vieles mehr.

Moubadder erklärte nun Dagens Nyheter gegenüber, er wolle die Gesetze niht in Schweden einführen, eine Ausnahme gäbe es allerdings: wenn das schwedische Volk in freien Wahlen für die Sharia sei.

Die Al-Mustafa-Schule in Järfälla hat pro Woche zwei Stunden Arabisch und eine Stunde Islam auf dem Stundenplan.

Moubadder, der früher auch Rektor der Schule war, ist nun von einer Privatperson wegen Verstosses gegen die demokratischen Prinzipien des Lehrplans für die schwedische Grundschule angezeigt worden. Er selber sagte, er habe das Buch 1992 geschrieben, distanziert sich aber in keinster Weise von dem einstmals Geschriebenen.

Kvintus hat in dem im Internet veröffentlichten Buch gelesen und macht darauf aufmerksam, dass Moubadder ausführt, dass Demokratie eine Herrschaftsform sei, die vom Volk ausgeht, während Islam eine Herrschaftsform sei, die von Gott ausgehe. Derjenige, der in einer von Gott gesteuerten Gesellschaft regiere, habe immer die Verantwortung Gottes Wille einem eventuell anders gelagerten Mehrheitswillen durchzusetzen. Mit Demokratie hat das wenig zu tun.

Personen wir Moubadder heizen Fremdenfeindlichkeit unter einer breiteren Allgemeinheit in Schweden und nicht nur da weiter an. Aber die Frage, wie man mit Fundamentalisten umgehen soll, von denen es mehr gibt, als viele von uns glauben mögen, stellte sich auch im Alltäglichen, in der Umgebung der Schule in Järfälla etwa. Welche Philosophie wird den Schülern im Arabisch- und Islamunterricht mitgegeben? Ein Bekenntnis zur schwedischen Demokratie oder doch eher ein Plädoyer für Keuschheit, Zucht und Ordnung im Sinne des Schulbetreibers Moubadder? Wo kommen die jungen Menschen in unseren Gesellschaften her, die hier geboren werden, aufwachsen und irgendwann bereit sind, nach Bagdad in den Kampf zu ziehen oder sich mit Sprengstoffgürtel in einer Londoner U-Bahn in die Luft zu jagen, um sofort in den Himmel gebeamt zu werden, wo 99 Jungfrauen auf sie warten? Wo hört demokratische Meinungsfreiheit auf, wo beginnt der Hass? Fragen, auf die kaum jemand eine Antwort hat.

Die schwedische Schulbehörde Skolverket muss sich nun dem Fall annehmen, denn der Lehrplan der Grundschulen in Schweden ist ein Dokument, das für alle Schulen, auch die von Herrn Moubadder verbindlich ist - und nach dem Lehrplan sollen alle Kinder zu toleranten, demokratischen Bürgern erzogen werden und Jungen und Mädchen sind gleichberechtigt und vieles mehr, was Herrn Moubadder möglicherweise nicht in den Kram passt.