Mikael Wiehe gehört zu den wichtigsten Songwritern in Schweden. Schon sehr lange. Politisch steht er sicher links von der Mitte und von jeher setzt er sich für Menschenrechte und gegen Ungerechtigkeit ein.
Als er nun vom Öressundstinget, einer hohen Versammlung von Prominenten mit dem dänischen Königshaus an der Spitze in Kopenhagen eingeladen war, sagte er vor dem auch blaublütigen Publikum deutliche Worte.
Wiehe kritisierte die dänsiche Einwanderungspolitik: "Viele Dänen wohnen in Malmö, weil in Dänemark Gesetze gemacht worden sind, die es ihnen verbieten, mit dem Menschen, den sie lieben, zusammenzuleben nur weil dieser Mensch von woanders kommt. Das ist eine Schande."
Wiehe sagte auch, dass man auf schwedischer Seite die dänische Politik als "Pölsefaschismus" bezeichnen würde. "Pölser" sind die knallroten Würste, die zu den dänischen Delikatessen gehören...
Königin Margaretha soll keine Mine verzogen haben.
Bravo Mikael Wiehe! Ein Mann, der sich treu bleibt und der seinem Gewissen folgt.
Der 61-Jährige Wiehe wurde als Sohn eines Dänen und einer Schwedin in Stockholm geboren. In den 70er Jahren wurde er bekannt als politischer Liedermacher und war unter anderem aktiv für die Sache des African National Congress, für den er eine Gala im Göteborger Skandinavium organisierte.
Passend dazu für alle, die ihn (noch) nicht kennen ein Video von der ANC-Gala 1985, Wiehe zusammen mit dem schon verstorbenen grossen Liedermacher Björn Afzelius: "Det räcker nu" (Es reicht jetzt):
Posts mit dem Label Dänemark werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Dänemark werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
11. Mai 2007
6. März 2007
Jugendhaus in Kopenhagen abgerissen
Am Montag rückten dann die Bagger an. Und machten das seit 25 Jahren existierende Jugendhaus im Kopenhagener Stadtteil Nörrebro dem Erdboden gleich.
Jugendliche Demonstranten aus Dänemark, Deutschland und Schweden hatten tage- und nächtelang in einem ungleichen Duell gegen die Ordnungsbehörden ihrer Wut und Empörung Ausdruck verliehen. 650 junge Leute wurden vorübergehend festgenommen.
Gewalt als Mittel politischer Auseinandersetzung ist nicht zu akzeptieren. Aber verstehen konnte man viele der jungen Demonstranten schon. Wie immer mischten sich Krawallmacher unter die Engagierten, was den Befürwortern des Abrisses natürlich entgegen kam.
Im Jahre 2000 hatte die Freikirche Faderhuset das Gebäude erworben und seit einigen Jahren schon den Abriss des Hauses betrieben.
Am Dienstag sollen im Kopenhagener Rathaus Gespräche über die Zukunft des Jugendhauses, das dann schon nicht mehr steht, stattfinden. Die Erwachsenen sind geschockt ob des Zorns ihrer Kinder. Die Freikirche, die eine Minderheit vertritt, ist nicht sonderlich erwünscht in der Nachbarschaft. Populisten wie die der dänischen Volkspartei freuten sich, dass nun Ordnung herrsche und das Haus, das ihnen schon seit langem ein Dorn im Auge war, endlich verschwunden ist. Die jungen Menschen aber, die es bevölkerten, wird man nicht so leicht los. Man kann nur hoffen, dass die Besonnenen auf beiden Seiten schnell den Weg an einen Tisch finden. Denn die junge Generation kann man nicht einfach abschaffen.
Jugendliche Demonstranten aus Dänemark, Deutschland und Schweden hatten tage- und nächtelang in einem ungleichen Duell gegen die Ordnungsbehörden ihrer Wut und Empörung Ausdruck verliehen. 650 junge Leute wurden vorübergehend festgenommen.
Gewalt als Mittel politischer Auseinandersetzung ist nicht zu akzeptieren. Aber verstehen konnte man viele der jungen Demonstranten schon. Wie immer mischten sich Krawallmacher unter die Engagierten, was den Befürwortern des Abrisses natürlich entgegen kam.
Im Jahre 2000 hatte die Freikirche Faderhuset das Gebäude erworben und seit einigen Jahren schon den Abriss des Hauses betrieben.
Am Dienstag sollen im Kopenhagener Rathaus Gespräche über die Zukunft des Jugendhauses, das dann schon nicht mehr steht, stattfinden. Die Erwachsenen sind geschockt ob des Zorns ihrer Kinder. Die Freikirche, die eine Minderheit vertritt, ist nicht sonderlich erwünscht in der Nachbarschaft. Populisten wie die der dänischen Volkspartei freuten sich, dass nun Ordnung herrsche und das Haus, das ihnen schon seit langem ein Dorn im Auge war, endlich verschwunden ist. Die jungen Menschen aber, die es bevölkerten, wird man nicht so leicht los. Man kann nur hoffen, dass die Besonnenen auf beiden Seiten schnell den Weg an einen Tisch finden. Denn die junge Generation kann man nicht einfach abschaffen.
1. März 2007
Krawalle in Kopenhagen
Die alternative Szene ist in der dänischen Hauptstadt von jeher wesentlich ausgeprägter gewesen als in Schweden. In den achtziger Jahren besuchte ich die "freie Stadt" Christiania inmitten Kopenhagens, wo viele versuchten, ein linksalternatives Leben zu führen. Neben ernsthaften und seriösen Versuchen gab es in Christiania leider immer auch unverhältnismäßig viele Drogen.
Heute nun gibt es in Kopenhagen handgreifliche Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und der Polizei. Bereits 60 Jugendliche wurden vorläufig festgenommen.
Anlass: Um sieben Uhr früh begann die Polizei das Jugendhaus im Stadtteil Nörrebro zu räumen.
Momentan ist die Lage ungewiss. Die Polizei hat zusätzliche Verstärkung aus anderen Polizeibezirken angefordert. Auf der Torvegade brennt eine Barrikade aus Containern. Über der freien Stadt Kristiania sind schwarze Rauchwolken zu sehen, berichtet der Korrespondent der schwedischen Nachrichtenagentur TT.
In den vergangenen sechs Monaten hatte es immer wieder Ärger über das Jugendhaus gegeben. Das Haus war an eine Freikirche verkauft worden und soll abgerissen werden.
Aus Angst vor Demonstrationen vor der dänischen Botschaft in Stockholm wurde deren Bewachung verstärkt.
Mehr dazu und auch Bilder und Videos auf der Homepage des dänischen Fernsehens...
Heute nun gibt es in Kopenhagen handgreifliche Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und der Polizei. Bereits 60 Jugendliche wurden vorläufig festgenommen.
Anlass: Um sieben Uhr früh begann die Polizei das Jugendhaus im Stadtteil Nörrebro zu räumen.
Momentan ist die Lage ungewiss. Die Polizei hat zusätzliche Verstärkung aus anderen Polizeibezirken angefordert. Auf der Torvegade brennt eine Barrikade aus Containern. Über der freien Stadt Kristiania sind schwarze Rauchwolken zu sehen, berichtet der Korrespondent der schwedischen Nachrichtenagentur TT.
In den vergangenen sechs Monaten hatte es immer wieder Ärger über das Jugendhaus gegeben. Das Haus war an eine Freikirche verkauft worden und soll abgerissen werden.
Aus Angst vor Demonstrationen vor der dänischen Botschaft in Stockholm wurde deren Bewachung verstärkt.
Mehr dazu und auch Bilder und Videos auf der Homepage des dänischen Fernsehens...
27. Februar 2007
Willst du Däne werden...
In Dänemark müssen Antragsteller sich nun durch einen neuen Test quälen, um die dänische Staatsbürgerschaft erlangen zu können.
Jan Ifversen, Lektor für Europastudien an der Universität Århus, steht der Prüfung kritisch gegenüber: "Es handelt sich um eine Mischung aus einem Kulturkanon und 'Wer wird Millionär?'."
Gleicher Meinung ist Carsten Humlebaek von der Copenhagen Business School, der im Gegensatz zu Einwanderungsministerin Rikke Hvilshöj nicht glaubt, dass Neuntklässler in Dänemark den Test bestehen würden.
"Die Prüfung testet ein Wissen, das nichts über die heutige dänische Gesellschaft aussagt. Das hilft Ausländern, die sich in die dänische Gesellschaft integrieren wollen, überhaupt nicht weiter."
Humlebaek ist der Meinung, dass sich das Dänisch-Sein ständig entwickelt, während der Test davon ausgehe, dass es ein Dänisch-Sein gibt, dass in alten Zeiten zu finden sei. Es sei nicht von Bedeutung, zu wissen, wer das Drama "Jeppe vom Berg" geschrieben habe.
Alf Peter Mogensen, politischer Kommentator der angesehenen dänischen Tageszeitung "Politiken" schreibt in der Internetausgabe der heutigen Zeitung, dass viele Dänen (inkl. der als Dänen Geborenen), die schon ihren Pass haben, froh sein dürften, dass sie den Test nicht zu machen brauchten.
In der Gestaltung der Fragen und des Verfahrens liege ein Symbolcharakter. Man mache den Wählern deutlich, so Mogensen, dass man sich um das dänische Kulturerbe, gewisse deutsche Politiker würden das Wort Leitkultur benutzen, verdient mache und es schütze.
Insofern sei die Einführung der unsinnigen Prüfung ein guter Tag für die rechtspopulistische "Dänische Volkspartei" und ihre Vorsitzende Pia Kjaersgaard.
Jan Ifversen, Lektor für Europastudien an der Universität Århus, steht der Prüfung kritisch gegenüber: "Es handelt sich um eine Mischung aus einem Kulturkanon und 'Wer wird Millionär?'."
Gleicher Meinung ist Carsten Humlebaek von der Copenhagen Business School, der im Gegensatz zu Einwanderungsministerin Rikke Hvilshöj nicht glaubt, dass Neuntklässler in Dänemark den Test bestehen würden.
"Die Prüfung testet ein Wissen, das nichts über die heutige dänische Gesellschaft aussagt. Das hilft Ausländern, die sich in die dänische Gesellschaft integrieren wollen, überhaupt nicht weiter."
Humlebaek ist der Meinung, dass sich das Dänisch-Sein ständig entwickelt, während der Test davon ausgehe, dass es ein Dänisch-Sein gibt, dass in alten Zeiten zu finden sei. Es sei nicht von Bedeutung, zu wissen, wer das Drama "Jeppe vom Berg" geschrieben habe.
Alf Peter Mogensen, politischer Kommentator der angesehenen dänischen Tageszeitung "Politiken" schreibt in der Internetausgabe der heutigen Zeitung, dass viele Dänen (inkl. der als Dänen Geborenen), die schon ihren Pass haben, froh sein dürften, dass sie den Test nicht zu machen brauchten.
In der Gestaltung der Fragen und des Verfahrens liege ein Symbolcharakter. Man mache den Wählern deutlich, so Mogensen, dass man sich um das dänische Kulturerbe, gewisse deutsche Politiker würden das Wort Leitkultur benutzen, verdient mache und es schütze.
Insofern sei die Einführung der unsinnigen Prüfung ein guter Tag für die rechtspopulistische "Dänische Volkspartei" und ihre Vorsitzende Pia Kjaersgaard.
2. Februar 2007
Dänemark: Streit um Mohamed-Karikaturen - Kritik an der EU
Die Interessenorganisation "Journalisten ohne Grenzen" hat sich in einer Erklärung sehr kritisch über das Agieren der EU im Fall der Mohamed-Karikaturen geäußert. Vergangenes Jahr hatte die dänische Zeitung Jyllandsposten Karikaturen des Propheten Mohamed veröffentlicht - anschließend war ein Sturm der Entrüstung losgebrochen und in vielen islamischen Ländern wurden dänische Flaggen verbrannt. Die verantwortlichen Journalisten und der Zeichner mussten untertauchen, weil sie eine Reihe von ernstzunehmenden Morddrohungen erhielten.
Auch der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen wird kritisiert: "Rasmussen, der die Meinungsfreiheit verteidigte, gab schließlich doch dem Druck nach und bedauerte die Veröffentlichung der Karikaturen," schreibt die Organisation in ihrem Jahresbericht.
Auch der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen wird kritisiert: "Rasmussen, der die Meinungsfreiheit verteidigte, gab schließlich doch dem Druck nach und bedauerte die Veröffentlichung der Karikaturen," schreibt die Organisation in ihrem Jahresbericht.
Abonnieren
Posts (Atom)
