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16. Oktober 2007

Neues "National"stadion in Solna

In Deutschland regt sich schon niemand mehr auf, wenn ein Stadion den Namen eines Sponsoren trägt. In Schweden gibt es noch Diskussionen, aber nutzen wird es wohl kaum.

Das schwedische "National"stadion für Fussball steht in Solna, am Mittwoch empfängt man dort im Männerfussball Nordirland im Rahmen der EM-Qualifikation.

Jetzt wurde beschlossen, dass das seit längerem geplante neue Stadion Swedbankarena heissen wird, zumindest bis 2023. In fünf Jahren soll Europas modernstes Fussballstadion mit einer Kapazität von 50-60.000 Zuschauern fertig sein. Es wird in einem heruntergekommenen Industriegebiet hochgezogen.

AIK Solna wird seine Heimspiele im dann wohl legendären Råsunda-Stadion spielen, bis die neue Arena fertig ist. Dann wird Råsunda abgerissen und macht Wohnungen und Geschäften Platz. Damit geht dann eine hundertjährige Fussballgeschichte auf den Bauschutt.

20. Juni 2007

Schon wieder Krawalle

Beim Lokalderby zwischen Hammarby und Djurgarden in der schwedischen Fußballliga Allsvenskan gab es gestern Abend erneut handfeste Auseinandersetzungen. Mehr dazu später.

19. April 2007

Sofia Mattsson - "Schönste Ringerin"

Sofia Mattsson gewann gestern bei den Europameisterschaften der Ringerinnen die Bronzemedaille in der Klasse unter 48 Kilogramm Körpergewicht.

Nicht, dass mich das sonderlich interessiert hätte, aber der Veranstalter wollte auch die hübscheste Ringerin küren und entschied sich für die 17-Jährige aus dem lappländischen Gällivare.

Die Bulgaren hatten sich das so schön vorgestellt und rechneten nicht damit, dass das die sonst so besonnenen Schweden über derlei Chauvinismus zornesrot werden können.

"Das gibt es doch gar nicht. Da sitzen alte Männer und wollen bestimmen, wer am hübschesten ist. Das ist widerlich," sagte Schwedens Nationaltrainer Patrik Jansson der Zeitung Sportbladet.

Auch Sofia selbst war alles andere als angetan von der Auszeichnung und lehnte den Preis ab. Bei Ringerwettbewerben in Osteuropa ist es nicht unüblich, lediglich bei den Frauen die "Miss Ringen" zu küren. Bei den Männern findet ein solcher "Wettbewerb" nicht statt.

27. Februar 2007

Fußballweltmeisterin Ariane Hingst wechselt nach Schweden

Die 27-Jährige Kapitänin von Deutschlands Spitzenclub 1.FFC Turbine Potsdam, Ariane Hingst, spielt ab April für den schwedischen Vizemeister Djurgården Damfotboll. Den überraschenden Wechsel gab Hingst heute auf ihrer Homepage bekannt.

Da ich mich für den Frauenfußball in Schweden interessiere und immer mal bei den Heimspielen von Hammarby und Djurgården zu finden bin und auf Fansoccer auch Berichte zu den Spielen schreibe, werde ich Ariane mal um ein Interview bitten.

Mehr im April.

11. Februar 2007

Anjas dritter Streich

Tja, nachdem die Startnummer 27 unter ohrenbetäubendem Jubel beim WM-Abfahrtslauf der Damen in Åre ins Ziel raste und die drei nachfolgenden Frauen ihre Zeit nicht gefährden konnten, waren einige Entscheidungen des gerade begonnenen Sportjahres 2007 schon gefallen.

Sportlerin des Jahres.

Bragdguld. (=die sportliche Leistung des Jahres)

Anja Pärson aus Tärnaby holte im dritten Rennen der WM die dritte Goldmedaille und mit 25 Jahren schon ihren siebten WM-Titel insgesamt.

Dass die schwedische Presse jetzt davon ausgeht, dass sie auch Riesenslalom und Slalom gewinnt, verwundert nicht, ist aber möglicherweise zu viel des Guten.

Anja und ihr Vater sind von den Kindesbeinen der kleinen, kräftigen Nordschwedin unzertrennlich im Privaten wie im Beruflichen. Es ist eine wiederkehrende Erfolgsgeschichte, die wir schon von Peter und Steffi Graf, aus dem Skizirkus auch von Helmut und Marc Girardelli kannten.

EXPRESSENs Sportreporter Mats Olsson macht Anja Pärson in einem Kommentar schon zur grössten Sportlerin Schwedens aller Zeiten. Lediglich die Herren Björn Borg und Jan-Ove Waldner seien noch höher einzuschätzen. Möglicherweise hat er sogar recht. Und Anja ist erst 25 Jahre alt und wird sicher noch eine weitere WM und eine Olympiade mitmachen.

Dass sie vom Aussetzen ihrer grössten Konkurrentin Janica Kostelic profitiert hat, kann man nicht sagen. Die Konkurrenz, gerade in den schnellen Disziplinen, ist durch die Amerikanerinnen Julia Mancuso und Lindsey Kildow, die Österreicherin Renate Götschl stark genug.

10. Februar 2007

Ein Samstag in Schweden

Strahlender Wintersonnenschein in Stockholm. Anders sieht es in Åre aus, wo zum dritten Mal während der laufenden Alpinen Ski-WM ein ganzer Wettkampftag abgesagt werden musste, zu dicht der Nebel über dem Hausberg Åreskutan.

Die WM hat Schweden durch die beiden Siege Anja Pärsons in eine Euphorie versetzt, leider aber nur vor den Bildschirmen und in den Medien.

Die Ränge bei den Wettkämpfen in Jämtland sind weitgehend leer. Anjas gestrigen Sieg bejubelten vor allem Schüler und Schülerinnen aus Åre, die von den Veranstaltern freien Eintritt bekommen hatten. Åre ist nicht billig, liegt weitab von größeren Stadtgebieten und außerdem beginnen die einwöchigen Sportferien für die Familien erst ab der nächsten Woche.

Biathletin Anna-Carin Olofsson, hier in Schweden kurz ACO genannt, hat eine Magendarmgrippe und startet nicht im in 14 Minuten beginnenden Massenstart-Rennen bei der Biathlon-WM im italienischen Antholz.

Heute Abend steigt das zweite Viertelfinale im schwedischen Vorentscheid des ESC. Dieses Mal werden wohl auch viele jüngere Zuschauer vor den Schirmen sitzen. Die Qualität der ersten Runde war nur mäßig. Heute Abend startet die Rockpopband The Ark ins Rennen.

In Deutschland gewann Oomph! den Bundesvision Song Contest, den Metzger und TV-Star Stefan Raab als Gegenwettbewerb für einen vor sich dahindümpelnden deutschen Wettbewerb veranstaltet. Künstler wie Mia und Jan Delay hatten teilgenommen, der Sieg ging etwas überraschend an die Niedersachsen repräsentierende Braunschweiger Band.

8. Februar 2007

Norwegen/Türkei: Foto des Jahres

Die Volleyballjuniorinnennationalmannschaft aus Norwegen war im Mai 2006 in der Türkei. Hanne Steen, Betreuerin, Fotografin und Webmasterin der Homepage des Vereins Öksil machte Fotos von der Reise und stellte sie allabendlich ins Netz.

Im Mai 2006 hatte die Homepage des kleinen Vereins über 200.000 Besucher. Hanne Steen berichtet, dass die norwegischen Mädchen bei den türkische Männern sehr gut ankamen und man eine gewisse Popularität in Ankara erreichte. Als die Truppe dem Rummel der Stadt entfloh, um sich in Ruhe zu sonne, tauchte plötzlich ein Militärhubschrauber auf, der dreimal in sehr geringer Höhe über den jungen Skandinavierinnen kreiste. Aus dem Hubschrauber wurde fotografiert.

Das wiederum fotografierte Hanne Steen. Ein türkischer Journalist "klaute" das Bild von der Homepage und flugs wurde es in neun türkischen Zeitungen gedruckt, CNN-Türkei nahm sich des Themas ebenso an wie zwei weitere Fernsehanstalten des EU-Beitrittskandidaten.

Und nun wurde das Foto zum Pressebild des Jahres 2006 in der Türkei gekürt. Hanne Steen will kein Geld für ihre Arbeit, vermutlich hat der türkische Kollege etwas kassiert, denn ausgezeichnet wurde die Nachrichtenagentur, für die er arbeitet und nicht Hanne Steen.

Wers sehen möchte: Hier ist eine größere Version des Bildes.

Die ganze Geschichte (auf Norwegisch)...

6. Februar 2007

Gold für Anja

Anja Pärson war abgetaucht in den letzten Tagen. Die 25-Jährige Schwedin tauchte beim Super-G in Åre wieder aus der Versenkung auf und gewann mit zwei Zehntel Sekunden Vorsprung ihre fünfte Goldmedaille bei Weltmeisterschaften. Damit hat sie ebenso viele Medaillen bei WMs gewonnen wie ihr großer Landsmann Ingemar Stenmark.

Grattis, Anja! Und die verspätet gestartete WM im schönen Åre hätte besser kaum für Schweden anfangen können. Jetzt steigen natürlich die Erwartungen an die ehrgeizige Athletin...

5. Februar 2007

Tag 3 in Åre - Noch immer keine Wettkämpfe

In Åre/Jämtland geht der dritte Tag der Alpinen Skiweltmeisterschaften 2007 zu Ende und noch immer haben wir keinen Läufer die Pisten heruntersausen sehen. Das Wetter lässt es nicht zu. Starker Wind, starke Schneefälle. Die 700 freiwilligen Pistenhelfer können nichts gegen die Naturgewalten am Åreskutan ausrichten.

Das ist eigentlich alles andere als eine Überraschung. Das Wetter in Jämtland und in den Bergen um Åre ist im Februar oft sehr wechselhaft. Die Schweden hatten den internationalen Skiverband auch um einen späteren Termin für die WM gebeten, aber alles muss sich dem Weltcupzirkus anpassen. Und nun hat man den Salat.

Das Ganze ist natürlich mehrfach schädlich. Åre und Schweden wollten sich der Welt von der besten Seite zeigen und dokumentieren, dass man auch in Schweden sehr gut Winterurlaub machen kann und sehr schnell bergab fahren kann. Nun zeigen Fernsehstationen aus vieler Herren Länder statt spannender Wettkämpfe den dritten Tag hintereinander Bilder, die wenig dazu anregen, hier Urlaub zu machen.

Schade. Denn der kleine Ort an der Europastraße zwischen Östersund und dem norwegischen Trondheim hätte Besseres verdient.

2. Februar 2007

Franzosen sauer auf Schwedenschiedsrichter

Ganz Deutschland ist im Freudentaumel ob des Einzugs ins Finale der Handball-WM. Ein Turnier, das in Schweden kaum von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Das schwedische Team ist nicht dabei, also gibt es keine Übertragungen. Schade, ich würde die entscheidenden Spiele gern verfolgen.

Beim Halbfinal-Drama Deutschland - Frankreich gab es dann aber doch Berichterstattung. Der Schiedsrichter hieß nämlich Patrick Håkansson und kam aus dem Königreich. Und als Deutschland mit einem Tor führte pfiff er Freiwurf für Frankreich anstatt den Vorteil gelten zu lassen. Die Franzosen spielten weiter und machten den Ausgleich - aber Håkansson hatte abgepfiffen. Das Tor zählte nicht. Der Freiwurf wurde vergeben. Deutschland kam ins Finale.

Dass die Franzosen sauer auf den Schiri waren, kann man verstehen. Håkansson sagte dem schwedischen Fernsehen: "Unglücklich, dass ich gepfiffen habe und der Ball dann doch rein ging." (Der Link funktioniert nur heute.)
Liebe Schweden, zeigt doch am Sonntag wenigstens das Finale Deutschland - Polen.

Vom Winde verweht?

Heute beginnen in Åre die Alpinen Skiweltmeisterschaften 2007. Die Wettervorhersagen verheißen jedoch leider nichts Gutes.

Am Wochenende sollen Wingeschwindigkeiten zwischen 15 und 20 m/s vorkommen. Damit wäre eine Durchführung der angesetzten Super-Gs kaum möglich.

Åre ist abseits von Weltmeisterschaften nicht nur im Winter ein tolles Reiseziel. Auch im Sommer kann man in den Bergen Jämtlands sehr reizvolle Wandertouren unternehmen.

Im Winter wird das kleine Dorf, knapp 100 km westlich von Östersund gelegen, zum schwedischen Kitzbühel oder St. Moritz. Die Preise sind saftig und der Promifaktor ist hoch. Nach Stockholm soll es hier die höchsten Grundstückspreise des Königreichs geben.

31. Januar 2007

Schlägerei beim drei zu drei

Bandy? Schon mal gehört? Bandy ist eine Art Eishockey auf Fußballfeldern und wird mit elf Spielern je Team gespielt. Statt eines Pucks hat man einen kleinen Ball.

Derzeit findet in Sibirien (jawohl!) die Weltmeisterschaft statt. Chancen dürfen sich gewöhnlich die Teams aus Russland, Schweden und Finnland ausrechnen. Heute trafen die beiden erstgenannten aufeinander.

In Kemerowo. Wo?

Ich bin mal über Kemerowo hinweggeflogen. In einer Jak-40 der guten alten Aeroflot. Auf dem Weg von Barnaul nach Abakan. Wir sprechen also über ca. 3300 km südöstlich von Moskau. Das erinnert mich an ein schönes Mädchen aus Kemerowo mit dem wunderbaren Namen Natascha Rodina. Rodina bedeutet Heimat. Und an die weniger schönen Kohlegruben. Und natürlich auch an die Kemerowo-Mafia, die nicht nur in Sibirien, sondern bis ins Baltikum bekannt ist, auch heute noch.

Dort in Kemerowo, rund sechs Flugstunden von Stockholm entfernt, spielten heute Russland und Schweden Bandy. 3:3. Es gab das eine und das andere Handgemenge. Schweden steht im Halbfinale der WM und trifft auf Finnland. Im anderen Semifinale treffen Russland und Kasachstan aufeinander. 25.000 Zuschauer sahen die Partie im Chimikstadion von Kemerowo, darunter 500 Militärs, die für Ordnung sorgten.

20. Januar 2007

Sportler des Jahres 2006

Bei einer Gala im Stockholmer Globen wurden vergangene Woche die Sportler des Jahres gekürt:

Sportler des Jahres wurde der zweifache Skisprint-Olympiasieger Björn Lindh.

Sportlerin des Jahres die Biathletin Anna-Karin Olofsson.

Mannschaft des Jahres die Eishockey-Nationalmannschaft, die 2006 das Kunststück schaffte, sowohl Olympiasieger wie Weltmeister zu werden.

Den begehrten Hjerring-Radiopreis für die Sportleistung des Jahres gewann etwas überraschend die Hürdenläuferin Susanna Kallur, die sich bei der Publikumsabstimmung gegen die Eishockeyspieler durchsetzte.

7. Januar 2007

Old Man Henke Larsson trifft - Das Märchen geht weiter

Henrik Larsson, hier nur Henke genannt, gehört zu den erfolgreichsten schwedischen Fußballern. Larsson kommt ursprünglich aus Helsingborg, spielte etliche Jahre bei Celtic Glasgow, wurde dort sogar einmal Europas Torschützenkönig (2001) und sorgte noch im Frühsommer dafür, dass der FC Barcelona die Champions League im Finale gegen Jens Lehmanns Arsenal London gewann. Beim 2:1 der Katalanen gab der Schwede zu beiden Toren die Vorlage.

Nach dem Sieg im größten Vereinswettbewerb Europas wollte es Larsson eigentlich ruhiger angehen lassen und sich für ein oder zwei Spielzeiten bei seinem alten Verein Helsingborg zur Ruhe setzen.

Aber dann hatte Premier League Spitzenreiter Manchester United Verletzungssorgen und Larsson verdingte sich mit 35 Jahren noch einmal im europäischen Spitzenfußball. Heute nun machte der Schwede sein erstes Spiel für ManU und erzielte beim 2:1 gegen Aston Villa das erste Tor für seine neuen Club.

Herzlichen Glückwunsch, Henke! Das Märchen geht weiter, aber ich hoffe, du schaffst es dennoch aufzuhören, solange du noch richtig gut bist.