28. Oktober 2007

Dom in Växjö (22.10.2007)

Hektische Woche

Hektische zehn Tage liegen hinter mir, in denen es nicht viel Zeit gab, um hier zu posten. Ich war vergangenenes Wochenende mal wieder in Göteborg, am Montag in Växjö und den Rest der Woche in München. Kam jeweils abends nach Hause und reiste morgens schon wieder woanders hin.

Jetzt ist erst mal Pause und das ist gut so.

18. Oktober 2007

"We're not Brazil, we're Northern Ireland, and it's all the same to me"

An Stimmung mangelte es nicht auf dem Weg zum Nationalstadion Råsunda in Solna. Zahlreich angereiste nordirische Fans verbreiteten gute Laune.

Das 1:1 zwischen Schweden und Nordirland verdarb dann die Stimmung. Nicht, weil die geplante schwedische Qualifeier verschoben wurde, sondern wegen einer grottenschlechten Leistung vor allem der Gastgeber.

In der zweiten Halbzeit spielten die Blaugelben Querpass um Querpass an der Mittelfeldlinie, zurück zu Keeper Isaksson, wieder zur Mittellinie, quer, und hin und her und wunderten sich dann noch über die Buhrufe der Fans, die zwischen 30 und 70 € für die Tickets berappen mussten.

Fussball zum Abgewöhnen, ideenlos, seelenlos, gegen eine zweitklassige nordirische Elf, die mit einer Spitze angetreten verdient, einen Punkt mit nach Belfast nehmen konnte.

Was hatte man sich vergangene Woche in der schwedischen Presse noch unisono darüber empört und ereifert, dass Zlatan Ibrahimovic nicht unter die 30 besten Fussballer der Welt nominiert war. Das fand ich da schon übertrieben durch die nationale Brille gesehen.

Nach dem heutigen Abend
kann man der FIFA für ihre weise Entscheidung nur gratulieren. Wenn das einer der besten 30 Fussballer der Welt war, der sich auf dem Rasen von Solna präsentierte, dann wäre es um den Weltfussball schlecht bestellt.

Ich freue mich schon jetzt auf Marta am 3. November, wenn Umeå zu Gast bei Djurgården ist. Die Frau kann das, was 22 Akteure heute zumindest nicht zeigten: Fussball spielen und immer wieder für magische, zauberhafte Momente sorgen.

17. Oktober 2007

Vier Jahre für Vergewaltiger

In zweiter Instanz entschied gestern ein Gericht in Stockholm, dass zwei Männer (in den schwedischen Medien "Stureplanprofile" genannt) yzu je vier Jahren Haft wegen schwerer Vergewaltigung verurteilt werden.

In der ersten Instanz waren die Männer frei gesprochen worden. Sie hatten eine 19-Jährige, mit der sie schon früher Sex gehabt haben, gegen ihren Willen vergewaltigt und der jungen Frau dabei insgesamt 48 Verletzungen vor allem im Unterleib, u.a. schwere Blutungen im Analbereich zugefügt.

Die Frau hatte unmittelbar nach der Tat die Notrufzentrale verständigt, was das Gericht gestern als schwerwiegenden Beweis betrachtete. Die Männer hatten behauptet, dass die Frau freiwillig die Verletzungen zugelassen habe. Man hätte auch früher schon gewalttägigen Sex gehabt und sei sich einig gewesen.

Das Urteil erregt in Schweden grosse Aufmerksamkeit, weil lediglich in 10% aller Fälle Vergewaltigungen auch zu Verurteilungen führen. Viele Beobachter sehen ein eventuell bahnbrechendes Urteil, das Vergewaltigungsopfern Hoffnung macht, dass ein Nein auch Nein bedeutet und dass das schwedische Rechtswesen dies nun auch ausdrücklich so festlegt.

In Deutschland wären die beiden Täter nicht mit vier Jahren davongekommen. Das Strafgesetzbuch sieht beim Tatbestand der schweren Vergewaltigung eine Mindeststrafe von fünf Jahren vor. Höchststrafe sind 15 Jahre.

Das Gericht in Stockholm sprach in dem vorliegenden Fall die Mindeststrafe von vier Jahren aus. Höchststrafe für schwere Vergewaltigung in Schweden sind zehn Jahre.

16. Oktober 2007

Neues "National"stadion in Solna

In Deutschland regt sich schon niemand mehr auf, wenn ein Stadion den Namen eines Sponsoren trägt. In Schweden gibt es noch Diskussionen, aber nutzen wird es wohl kaum.

Das schwedische "National"stadion für Fussball steht in Solna, am Mittwoch empfängt man dort im Männerfussball Nordirland im Rahmen der EM-Qualifikation.

Jetzt wurde beschlossen, dass das seit längerem geplante neue Stadion Swedbankarena heissen wird, zumindest bis 2023. In fünf Jahren soll Europas modernstes Fussballstadion mit einer Kapazität von 50-60.000 Zuschauern fertig sein. Es wird in einem heruntergekommenen Industriegebiet hochgezogen.

AIK Solna wird seine Heimspiele im dann wohl legendären Råsunda-Stadion spielen, bis die neue Arena fertig ist. Dann wird Råsunda abgerissen und macht Wohnungen und Geschäften Platz. Damit geht dann eine hundertjährige Fussballgeschichte auf den Bauschutt.

15. Oktober 2007

Aus für religiöse Freischulen

Die schwedische Regierung plant ein weitgehendes Verbot religiöser Ausrichtung von Freischulen. Das teilte Schulminister Jan Björklund gestern mit.

Björklund ist Vorsitzender der liberalen Volkspartei und Schulpolitik war einer der wichtigsten Gründe für die Abwahl der sozialdemokratischen Regierung im vergangenen Jahr.

Björklunds Parteifreundin, Integrationsministerin Nyamko Sabuni, hätte gerne religiöse Freischulen verboten. Ihr warf jedoch der sozialdmokratische Debatteur Kurdo Baksi vor einigen Wochen Islamophobie vor.

In einem Artikel in Dagens Nyheter werden jedoch islamische Freischulen nur in einem Nebensatz erwähnt, auch wenn die politische Entscheidung vor allem ihnen gelten dürfte.

Zitiert wird dagegen eine Schule der sogenannten Plymouthbrüder, einer christlichen Sekte, die unter anderem Fernsehen, Radio, Mobiltelefone, Belletristik und vieles mehr verbietet.

In Smålandsstenar leben die meisten Plymouthbrüder in Schweden und dort wurde auch die Laboraskolan gegründet, die von Anfang an landesweites Aufsehen erregte. So bezeichnete die sozialdemokratische Vorsitzende Mona Sahlin die ideologische Grundlage der Schule als "abscheulich". Dagens Nyheters Kulturchefin Maria Schottenius forderte ein Verbot der Schule durch Major Björklund.

Verteidigt wird die Schule jedoch von der christdemokratischen Partei Schwedens. Ein Lokalpolitiker der Kristdemokraterna bezeichnet auf der Webseite der Partei (siehe Link) die Schule gar als eine Bullerbü-Schule, in der keine religiöse Indoktrinierung stattfinde. Alle Lehrer seien "Heiden" gemäss des Glaubens der Plymouthbrüder, die laut dem Autor "ehrenwerte und anständige" Menschen sind, obwohl er niemanden von ihnen persönlich je getroffen hat.

Unter den Nazis wurden Plymouthbrüder verfolgt. Die meisten leben in den USA und Kanada, sie sind davon überzeugt, dass Jesus auf die Erde zurückkehrt.

Das erwartete Verbot der Regierung dürfte jedoch vor allem den muslimischen Freischulen in Schweden gelten. Vor kurzem hatte eine Meinungsumfrage ergeben, dass jeder zweite Schwede für ein Verbot des Schleiers ist.

14. Oktober 2007

Brutale Finnen

Glaubt man den Worten des schwedischen Kriminologen Jerzy Sarnecki, dann gibt es in Finnland eine gewisse grundsätzliche Neigung zu Brutalität. Einer nordeuropäischen Studie über Jugendgewalt zufolge ist die Bandenkriminalität unter Jugendlichen jedoch in Dänemark am stärksten ausgeprägt.

Zur Untermauerung seiner These von den brutalen Finnen weist Sarnecki auf den finnischen Bürgerkrieg hin und dass der Geist dieses Kriegs sozusagen von Generation zu Generation weitergegeben worden sei.

Dazu mag ein Fall passen, der ganz Finnland erschüttert hat. Ein 21-Jähriger Mann hat in dem kleinen Städtchen Kotka an der Südküste seine beiden Schwestern (14 und 16 Jahre alt) ermordet.

Aber Sarnecki hat natürlich unrecht und ein Professor sollte sich nicht zu derart banalen Stereotypen hingeben, die an schwedischen Stammtischen gedroschen werden.

In Deutschland hört man oft verunglimpfende Generalisierungen über Polen. Der aus Polen stammende Sarnecki sollte mit seiner Ausbildung wissen, dass all das nichts weiter ist als Volksverhetzung.

13. Oktober 2007

Umweltpreis statt Friedenspreis

Aus dem Friedenspreis ist ein Umweltpreis geworden, zumindest in diesem Jahr. Der Ex-Vizepräsident der USA Al Gore wurde vom Nobelkomitee in Oslo ausgezeichnet.

Vielleicht sollte man einen Umweltpreis zusätzlich einrichten.

Ich hätte mir als Preisträger den ehemaligen finnischen Präsidenten Martti Ahtisaari gewünscht, der schon seit vielen Jahren als Friedensdiplomat durch die Welt reist und sich zur Zeit um eine Lösung für den Kosovo bemüht. Ahtisaari ist weltweit respektiert und ein Beispiel eines Politikers, der sich nach der Ausübung eines hohen Amtes in den Dienst des Friedens gestellt hat und diesen Aufsichtsräten vorgezogen hat.

10.000 demonstrierten gegen Jugendgewalt

Am Freitag vor einer Woche fand im Stockholmer Stadtteil Kungsholmen eine Fete statt. Eine Gruppe von fünf Jugendlichen misshandelte einen Gleichaltrigen dabei mit Schlägen und Tritten gegen den Kopf so schwer, dass er am Sonntag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlag.

Am gleichen Wochenende schoss ein 50-Jähriger Familienvater in Skåne nachts mit einer Schrotflinte auf Jugendliche, die seit Monaten seine Familie und insbesondere seinen 19-Jährigen entwicklungsgestörten Sohn drangsalierten. Die Schüsse des Familienvaters trafen - ein 16-Jähriger wurde getötet, ein weiterer liegt noch im Krankenhaus.

Die Täter von Stockholm gehören nicht etwa der Unterschicht an, sie stammen aus wohlhabenden Familien. Ein 16-Jähriger gehört einer Verlegerfamilie an, die mehrere Zeitungen und Buchverlage besitzt. Er ist wiederholt in den letzten Jahren als besonders schwer erziehbar aufgefallen.

Die Kronprinzessin ist mit dem Vater des Stockholmer Opfers befreundet.

Gestern nun demonstrierten gut 10.000 Menschen im Kungsträdgården in Stockholm gegen die zunehmende Jugendgewalt und suchten dabei wohl mehr die Gesellschaft anderer, die ebenso rat- und hilflos sind wie sie selbst.

Der schwedische Staat setzt bei Gewalttaten vor allem auf Rehabilitierung der Täter. Die Strafen für die fünf Jugendlichen in Stockholm dürften des Alters der Täter wegen sehr mild ausfallen.

Leider signalisiert man den Jugendlichen damit auch, wie viel oder wie wenig ein Menschenleben wert ist. Es geht hierbei nicht um Rache, aber um die angemessene Antwort des Staates auf nicht akzeptables Verhalten. Wir werden nur dann Respekt von einigen jungen Menschen für das Leben anderer einfordern können, wenn wir deutlich machen, dass die Verletzung anderen Lebens mit empfindlichen Strafen geahndet wird.

26. September 2007

Pause - uppehåll

Im Moment pausiere ich etwas in diesem Blogg und blogge als Gast bei http://damfotboll.blogg.se/.

Just nu upppehåll i den här bloggen. Istället gästbloggar jag på http://damfotboll.blogg.se/. Very honored att vara första killen som får blogga där efter så kända profiler som Lena Videkull, Anette Börjesson, Lotta Schelin, Carola Söberg, Therese Lundin mm mm. Fortsätter Domanski-Lyfors i Kina?

Brasilien till semifinal
Norge slog Kina
Ingen chans för England mot USA
Tyskland slår Nordkorea med 3:0

21. September 2007

Siezen in Schweden auf dem Vormarsch?

Das meiste handelte hier in letzter Zeit um die Fussball-WM der Frauen und das wird auch noch ein Weilchen so sein, auch wenn nach dem Ausscheiden Schwedens etwas Luft raus ist.
Ich sehe die schwedischen Spielerinnen jede Woche in der Liga, hab auch ein paar von ihnen persönlich kennen gelernt und da drückt man einfach mehr die Daumen. Jetzt hoffe ich auf ein Finale Brasilien - Norwegen.

In Schweden duzt man sich seit Ende der 60er Jahre und das geht rauf bis zum Ministerpräsidenten mit Ausnahme des Königshauses, das in der dritten Person angesprochen werden soll. "Was sagt die Kronprinzessin zu meinem Blog?" ist also eine direkte Anrede...

Viveca Adelswärd grübelt darüber nach, ob das Siezen, das "Ni", in Schweden wieder zurückkehrt.

Sie hat recht mi ihrer Beobachtung, dass vor allem in Dienstleistungsberufen jüngere Leute wieder siezen. Das kommt allerdings gottlob nur selten vor und ich begegne Menschen, die mich auf Schwedisch siezen mit einer konsequenten Anwendung des "du".

Es gibt keinen Weg zurück mehr. Und das ist auch gut so.

19. September 2007

Segern som var en förlust som kan vändas till segrar

Det var nästan ingen som trodde på det svenska laget. Efter 1-1 mot Nigeria och 0-2 mot USA krävdes det seger med tre mål mot Nordkorea som hade presterat ännu bättre än förväntat i årets VM i Kina.

Bara lagets tränare Thomas Dennerby höll envis fast vid att det borde vara möjligt att göra ett mål varje halvtimme. Han jämfördes med Iraks propagandaminister Bagdad Bob i en kvällstidning, en jämförelse som gick över gränsen. Men Thomas är ju den som ska motivera laget. Vad annars skulle han ha sagt? Att man hade ingen chans och allt var hopplöst, på det viset är man ingen ledare värt namnet. En mening skulle han inte ha sagt och det var efter matchen mot USA när han påstod att man hade fått USA dit man ville ha dem. Nej, det var ett felgrepp. USA vann med 2-0 och visst hade man inte fått dit dem man ville ha dem. Tvärtom. Men sånt händer när man får en mikrofon framför näsan varje timme.

Ett mål varje halvtimme.

Det tog mindre än en halvtimme i ödesmatchen i dödens grupp. Matchklockan visade 3:54 när Lotta Schelin nickade in Therese Sjögrans inlägg. Ett snabbt mål. Och svenskorna gjorde en mer än godkänt insats. De kämpade, slet, hjälpte varandra och pressade Nordkorea ordentligt. Vann nästan alla närkamper, men sen hände det. Första vassa kontringen ledde till ett 30 metersskott och kvitteringen.

1-1 efter 21 minuter. Nu hade man bara 69 minuter kvar för att göra ytterligare tre mål.

Vickans passning efter sju minuter in i andra halvleken. En passning i yttersta världsklass. Lotta tar emot bollen. Göteborgskan som svenska journalister har jämfört med Zlatan eller Fredrik Ljungberg. Hon är så mycket elegantare. Mig har hon ofta låtit tänka på Thierry Henry och likt Thierry drog hon elegant förbi två av dessa oerhört kraftfulla nordkoreanskor och gjorde 2-1. En passning i världsklass och ett avslut i världsklass.

Några minuter senare hamnar bollen framför Hanna Marklund, målvakten är borta och Hanna så överraskad att hon spelar bollen mot den försvarare som stod på linjen. Om det hade varit 3-1 efter 56 minuter, vem vet inte jag...

Nej, slutresultatet var 2-1 och segrarna satt länge kvar på gräset och Lotta som äntligen hade visat kritikerna vad hon kan som hade gjort båda mål - hon var inte glad, hon grät bittra tårar och intervjun med Vickan efter matchen måste varit så tufft för lagkaptenen som är en förebild för tiotusentals unga tjejer. Hennes röst var nära att brista när hon pratade om den j..la Nigeria-matchen som hade förstört allt. Sista kvarten när backarna backade och mittfältet rasade ihop.

Den svenska pressen hakar på och på ledarplats i DN Sport skriver Esk i all sin förträffliga grabbighet den svenska damfotbollen svansång. Han filosofierar om en seger som är värre en en förlust och känner sig riktigt träffsäker med alla jämförelser och språkspel som inte fungerar.

Alla dessa herrar som skriver ner det svenska landslaget och dess tränare har inte sett många damfotbollsmatcher. Jag såg Esk en gång på Kanalplan när Hammarby spelade den här säsongen. Aldrig på Kristinebergs IP eller på Skytteholm. Men experter är de allihopa.

Och när man läser foruminläggen på SVD eller Aftonbladet - alla dessa gubbiga grabbar som skriver ner damfotbollen som är sämre än division 7 herrar osv osv. Jag skulle gärna ha sett de igår mot det svenska damlandslaget. Ingen av dessa besserwissrar som skriver att tjejer inte skulle spela fotboll - de skulle få hjärtinfarkt om de skulle springa så mycket som Therese Sjögran gjorde i går - och detta efter 20 minuter.

Therese gjorde en otrolig match. Det var många som var bra, egentligen alla igår, men Sjögran spelade i en klass för sig.

Esk påstår att vi får vänja oss att laget de kommande åren sitter "på planet hem när medaljracet börjar".

Och påstår att återväxten är urdålig och nämnar F19-landslaget.

Aftonbladets Jennifer Wegerup tycker
att Thomas Dennerby (kriminalinspektören) är en självbedragare när också han pratar om en enda dålig kvart och liksom Esk (kanske har de tagit en öl tillsammans i går kväll och diskuterat strategin) är Jennifer säker på att Sveriges tid är över inom damfotbollen.

Stämmer det då? Hur var Sveriges VM? Är tiden över och Sverige blir lika betydelselös inom damfotbollen som i herrfotbollen där laget just nu halkade ner åter igen en plats ner till 20 på världsrankinen?

Två namn i startelvorna var förknippade med för lite matchpraxis: Hedvig Lindahl spelade bara fem matcher för Linköping innan hon fick Thomas Dennerbys förtroende att stå som förste målvakt efter Carro Jönssons skada. Jättetavlan mot USA var ett bevis på för lite matchpraxis. Det var matchavgörande. Mot Nordkorea var Hedvig bra och inte ska man missförstå mig, hon är en jätteduktig målvakt och en av de bästa vi har i Sverige, men Sofia Lundgren borde ha stått i målet. Hon hade 18 matcher i Damallsvenskan och den praxis som en målvakt måste ha i en så viktig och stor turnering.

Hanna Ljungberg
är det andra namnet. Hanna har haft många skador, inte spelat mycket i Damallsvenskan, men ändå fick hon platsen i mitten och Lotta Schelin som bara ösar in mål i serien fick spela på högerkanten mot Nigeria där hon var inte lika mycket värd som hon kan vara i mitten. Jag verkligen beundrar Hanna Ljungberg som är inte bara en av de största profilerna i svensk damfotboll utan också en mycket trevlig människa. Men man borde satsat på Lotta i mitten. Det är laget som är viktigast och jag skulle ha använt Hanna som en mycket duktig inhoppare, men inte på 90 minuter från start efter skadorna under den här säsongen. Men sådana beslut är svåra att fatta och svåra att förmedla.

Jag tyckte också att allt för många tjejer fick spela på andra platser än i klubblagen. Sara Thunebro är högerback i Djurgården, men hon fick spela vänsterback. Sara Johansson spelar på högerkanten i Hammarby, när hon kom in mot Nigeria fick hon spela vänster. Åtta backar ingick i laget, men på vänsterkanten var det tunt. Där borde man tagit med Maria Bergqvist från Umeå, en annan tjej som är väldigt duktig på vänsterkanten är Hammarbys Annica Svensson, Bergqvist var nära, Svensson inte ens bland de 30.

Caroline Seger och Nilla Fischer växte oerhört i Nordkorea matchen. Att åka ur var hemskt, men matchen de gjorde mot Nordkorea kan Sverige bygga på.

Det som Sverige är inte bra på är passningsspelet framåt. Man har en av världens bästa passningsspelare, hon heter Victoria Svensson, men många andra behöver förbättra passningsspelet som fungerar mycket bättre i andra lag. Fysiken är det egentligen inget fel på, ändå tappade man kraften både mot Nigeria och USA. Men passningsspelet är också nånting som man ofta saknar i Damallsvenskan, där det finns ett antal klubbar som spelar väldigt gammaldags brittiskt med långbollar i förhoppningen att snabba forwards hittas i djupled. Det funkar inte. Titta på hur brasilianskorna rullar boll och inte bara världens bästa Marta utan egentligen hela laget.

Nästa problemet: Man skapar allt för få målchanser även när man dominerar matcherna i bollinnehav. Det återspeglas lite grann i många matcher som jag sett i Damallsvenskan den här säsongen och tro mig jag sett mer än 25 matcher. Mycket spel på mittfältet i många matcher, inte många målchanser. Det måste lagen i serien och landslaget jobbar stenhårt på. Utveckla kantspelet måste några klubbar göra.

Och en sak till: Ta till vara på målchanserna. Också detta en spegel på Damallsvenskan tyckte jag. Djurgården har tappat mot Umeå just på grund av detta veckorna före VM. Där hade man många målchanser mot Sunnanå, Bälinge, Örebro, men gjorde inte tillräckligt mål på dem. Det finns ett fåtal riktigt duktiga målgörare i serien och de främsta är Schelin och Marta både ifjol och i år. Det behövs mer.

De kommande veckorna kan det hända att några av den gyllene generationen säger adjö till landslaget: Victoria Svensson, Hanna Marklund, Karolina Westberg och Therese Sjögran. Hanna Ljungberg vill fortsätta. Men slutar de fyra först nämnda blir det en stor utmaning för Dennerby att fortsätta på generationsväxlingen.

Spelaren som jag saknade mest av alla i VM var förstås Malin Moström. Hennes nr 6 i Umeå IK kommer aldrig användas av en annan spelare har man sagt och det är förståeligt. När hon fanns på fotbollsplanen gav det säkerhet, hon kunde lyfta laget som ingen annan.

Framtiden för svensk damfotboll ser jag inte alls så mörkt som Esk eller Wegerup. Det finns talanger. Titta på Hammarbys unga tjejer såsom Anna Lindblom, Louise Fors, Daniella Chamoun, Jessica Landström som alla finns i ungdomslandslagen. Djurgårdens Emma Lundh. Linda "Foppa" Forsberg är redan på väg in mot A-landslaget. Linköpings Kosovare Asllani. Umeås Emma Berglund. Malmös Malin Levenstad. Så länge Damallsvenskan är världens bästa serie kommer återväxten att komma och jag instämmer med Dennerby som sa att marginalerna har krympt. Det är inte så att Sverige blivit mycket sämre och avståndet till de stora har ökat. Nej. Titta bara på Norge som försvann ur toppen något år, men som kom tillbaka 2005 i EM och som kommer att spela semifinal här i Kina.

Det finns anledning att vara jättebesviken över den tidiga hemresan, men alla visste att gruppen var mycket svårt. Sverige kunde ha klarat sig med en seger över Nigeria, men den kom inte. Det finns anledning att analysera, att prova nya spelare, att förbättra passningsspelet, men Esk och Wegerup, gå och ta en öl till, det finns ingen anledning att deppa. Sverige går till OS och till EM och har en chans att gå långt där.

Andan som man visade i Nordkorea matchen är det som man kan bygga på. Det lossnade för Lotta Schelin som är en av världens bästa forwards, hon är bara 23 år. Laget är i en uppförsbacke, men det kommer att gå uppför backen och hävda sig, you bet.

16. September 2007

WM in China: Schweden vor dem Aus?

Als die Schwedinnen am Freitag durch zwei Tore von Abby Wambach mit 0:2 gegen die USA verloren, musste ich arbeiten und konnte mir das Spiel erst in der Nacht zum Samstag anschauen.

Es hatte gut begonnen, schon nach vier Minuten hatten die blaugelben Damen fünf Eckbälle bekommen, allerdings ohne wirklich klare Torchancen im Anschluss daran.

Nicht überraschend war die Rückkehr zum 4-4-2 System anstelle des fast zwei Jahre trainierten 4-3-3 in der Nationalelf.

Überraschend dagegen der Einsatz von Linda Forsberg von Anfang an.

Nach etwas mehr als einer halben Stunde, in der die Schwedinnen sehr druckvoll agierten, dann der spielentscheidende Fehler.

Ein langer Ball springt auf die allein stehende Torhüterin Hedvig Lindahl zu, die weit vor dem Kasten steht, sie springt hoch um das Leder zu fangen, aber einen Sekundenbruchteil zu früh, der Ball springt auf, über sie drüber und eine amerikanische Angreiferin ist da und auf dem Weg zum 1:0 - von der Seite kommt Stina Segerström und versucht, zu retten, aber auch sie einen Sekundenbruchteil zu spät, statt des Balles trifft sie die Beine. Elfmeter. Abby Wambach. 0:1.

Lindahl, die gar nicht sehen konnte, was hinter ihr geschah, Segerström und Trainer Dennerby sprechen von einem fragwürdigen Elfer, aber die Entscheidung war korrekt, ich empfehle, die Szene nochmals anzusehen.

Danach lief eigentlich nicht mehr viel im schwedischen Spiel. Wambach erhöhte nach einer Stunde auf 2:0. Hinterher sprach Dennerby und seine Assistentin Persson von einem tollen Spiel der Schwedinnen, in dem die Taktik voll aufgegangen sei.

Operation gelungen, Patient tot, sagt man in Deutschland.

Denn nachdem Nordkorea mühelos 2:0 gegen Nigeria gewann, brauchen die Schwedinnen nun "ein Wunder biblischen Ausmasses" (Jennifer Wegerup), um noch ins Viertelfinale zu kommen und eben nicht am nächsten Dienstag die Koffer packen zu müssen.

Nordkorea muss 3:0, 4:1, 5:2, 6:3 usw. geschlagen werden. Das erscheint angesichts der bislang gezeigten Leistungen unmöglich.

Woran liegt das schlechte Auftreten der Dennerby-Elf? In beiden Spielen sah man Konditionsprobleme und individuelle Fehler, die zu Gegentoren führten.

Zwei Spielerinnen stehen auf dem Platz, die mit langen Verletzungspausen zu kämpfen hatten und offenbar noch nicht 100%-ig fit sind: Hevig Lindahl und Hanna Ljungberg. Im Tor hätte man besser auf AIK:s Sofia Lundgren gesetzt, die bislang jedes Spiel in der Liga gemacht hat, statt auf Lindahl, die nach einem Kreuzbandriss erst wenige Wochen vor der WM ihr erstes Spiel über 90 Minuten gemacht hat.

Im Mittelfeld gibt es keinen Ersatz für die letztes Jahr zurückgetretene Malin Moström, deren Ausnahmerolle sich jetzt bei ihrem Fehlen auf schmerzhafte Weise bestätigt.

Lotta Schelin ist nicht die Goalgetterin wie in der Liga, wo sie abermals die Torschützenliste anführt. Das liegt teils an ihr selbst, teils aber auch an der Position, die sie in der Nationalelf spielen muss.

Ein Tor alle dreissig Minuten ist möglich, sagte Dennerby den Medien im Blick auf das Spiel gegen Nordkorea und das ist mehr eine Aussage für seine Mannschaft als eine realistische Einschätzung.

Am Dienstag wissen wir mehr. Schweden hat sich bislang noch immer für die nächste Runde qualifiziert, ein Ausscheiden wäre ein Novum, aber auch keine grosse Überraschung in der Gruppe des Todes, die mit dem ersten, dritten und fünften der Weltrangliste exzellent besetzt ist.

Das Spiel gegen Nigeria hätte gewonnen werden müssen. Dann würde ein Sieg gegen Nordkorea reichen. Ein 3:0 klingt wie eine wünschenswerte Utopie.

13. September 2007

WM in China: Norwegen gewinnt, Dänemark verliert

Schwieriger als vermutet gestaltete sich der WM-Auftakt der Norwegerinnen gegen Kanada. Erst einmal musste man einem Rückstand hinterher laufen, bevor dann Ragnhild Gulbrandsen zehn Minuten vor Ende den Siegtreffer köpfte.

Dänemark verlor nach packender Aufholjagd das Spiel gegen den Gastgeber vor 60.000 Zuschauern mi 2:3. Angeblich hat China dabei die Däninnen bei der letten Taktikbesprechung abgehört, beim heimlichen Training gefilmt. Ob daran was ist oder ob es sich nur um ein (peinliches) Hirngespinst der Trainer handelt, wird sich zeigen. SOlche Vorwürfe muss man beweisen können, aber sie kursieren nur in der schwedischen Presse. Die dänischen Zeitungen schreiben nichts darüber.

WM in China: Brasilien und Australien siegen

Keine Probleme hatten Brasilien und Australien in ihren ersten Begegnungen.

Nach gemächlichem Start fertigte Martas Brasilien harmlose Neuseeländerinnen standesgemäss mit 5:0 ab. Marta (2), Renata, Cristiane und Daniela schossen dir Tore und die Elf zeigte, dass sie nicht nur von der weltbesten Spielerin abhängt.

Australien gewann zum ersten Mal ein Spiel bei einer WM-Enrunde. Gegen die schwarzen Königinnen aus Ghana gab es ein 4:1 und wahrte somit die Chance auf ein Weiterkommen.

12. September 2007

WM in China: Sorgenfalten

Die Freude über das 2:2 der USA gegen Nordkorea war kurz im schwedischen Lager. Man hatte die Chance, sich mit dem erwarteten Sieg gegen Nigeria an die Spitze der Gruppe zu setzen und einen grossen Schritt Richtung Viertelfinale zu machen.

70 Minunten lang hatte Schweden das Spiel weitgehend im Griff
. Victoria Svensson hatte in der 50. Minute das 1:0 besorgt, aber dann brach die Elf in sich zusammen. Das Mittelfeld versagte, die Abwehr liess sich zurückfallen und Mal um Mal kamen die grüngekleideten Afrikameisterinnen nach vorne, meistens über die Flügel. Die ansonsten so sichere Anna Paulson konnte einen Ball nicht weit genug klären und ausgerechnet die beim vermeintlichen Absteiger aus der Damallsvenskan (Falköping) spielende Cynthia Uwak markierte mit einem satten Schuss den Ausgleich.

Woran lags?

Torchancen nicht genutzt, diese Krankheit sah ich schon bei Djurgården in den letzten Spielen. Caroline Seger ist keine Malin Moström, man erwartet zu viel von ihr.

Konditionell wirkten die Schwedinnen in der letzten Viertelstunde ausgelaugt. Das überrascht, wenn man das akribische Training mit den schlaffeb Methoden der Nigerianerinnen vergleicht.

Und dann für mich der Hauptgrund: Warum spielen so viele Spielerinnen auf anderen Positionen als im Verein? Was wie ein ausgeklügelter taktischer Plan aussieht, ging gründlich in die Hose.

Lotta Schelin hat vergangene Saison mit 21 Toren die Torschützenliste der Liga gewonnen und diese Saison liegt sie mit 22 Toren abermals an der Spitze. Statt sie in die zentrale Mite zu setzen, muss sie auf rechts spielen und im wesentlichen Bälle in die Mitte liefern. Ein Kardinalfehler. In der Mitte steht eine angeschlagene Hanna Ljungberg, die ihr Bestes gibt, aber dann nach etwas mehr als einer Stunde ausgewechselt wird, als das Spiel eben nicht entschieden war.

Sara Johansson kommt für Schelin, aber statt auf rechts wie bei Hammarby schickt Thomas Dennerby sie nach links.

Sara Thunebro ist eine der besten Rechtsverteidigerinnen der Liga - bei Dennerby muss sie links stehen. Frida Östberg ist eine Allroundspielerin, aber auch sie ist am stärksten auf der rechten Seite. Nichts da, sie spielt ebenfalls eine andere Position.

Überragend Victoria Svensson. Hätte ihr Kopfball nach Flanke von Schelin getroffen...

Jetzt wird es sehr, sehr schwer, überhaupt das Viertelfinale zu erreichen, denn was die USA kann, wissen wir und Nordkorea hat mehr noch als Deutschland gestern allen anderen Teams einen Schrecken eingejagt.

WM in China: Nordkorea wie 1966

Ich habe die nordkoreanische Presse nicht verfolgt und weiss ehrlich gesagt auch nicht, ob es mehr als 2-3 Zeitungen in diesem verschlossenen Land gibt. Aber Kim Jong Il kann stolz auf seine Mädels sein.

Die nordkoreanische Elf stellte dem haushohen WM-Favoriten ein Bein und zeigte, dass Weltranglistenplatz 5 und Siege wie bei der U20-WM in Russland vergangenes Jahr nicht von ungefähr kommen.

Schnell, athletisch und sehr schussstark.

Dieses Team kann weiterkommen und wird eine sehr ernste Aufgabe für Nigeria und Schweden sein.

1966, vor meiner Zeit, machte schon mal ein nordkoreanisches Männerteam die Rede bei der WM in England. Nordkorea schaltete damals Italien im Viertelfinale aus und ein Mann namens Pak Do Ik machte Kim Jong Ils tollen Vater Kom Il Sung sehr glücklich. Nordkorea wurde dann WM-Vierter.

10. September 2007

WM in China: Kinder dabei

Norwegens Nationalspielerinnen Camilla Huse und Solveig Gulbrandsen haben ihre Kinder mit bei der WM. Ohne sie wären sie gar nicht gefahren. Die 6-Jährige Mia und der 1,6-Jährige Theodor sind auch beim Training dabei und die Maskottchen des norwegischen Teams.

Mit dem norwegischen Verband hatte es Diskussionen gegeben, aber man einigte sich darauf, dass die Kinder bis zum Ende der Gruppenphase dabei sein dürfen. Ins chinesische Fernsehen sind Mia und Theodor auch schon gekommen.

WM in China: Schweden ohne Fischer?

Neue Sorgenfalten im Gesicht von Thomas Dennerby. Nachdem er schon einige Spielerinnen gar nicht erst nominieren konnte, ist der Einsatz von Nilla Fischer gegen Nigeria morgen akut gefährdet. Die Mittelfeldspielerin vom LdB Malmö FC konnte heute wegen einer fiebrigen Infektion nicht trainieren. Zusammen mit Caroline Seger bildet sie den defensiven Teil des Mittelfelds.

Nigerias Trainingseinheiten sehen ganz anders aus als die schwedischen. Bisweilen erinnert das mehr an ein Ferienlager als an das Training einer Nationalmannschaft vor der WM-Premiere. Aber Nkwocha, Mmadu und Co. dürften ein ernster zu nehmender Gegner sein als Argentinien, das sich beim 0:11 gegen Deutschland bis auf die Knochen blamierte.

WM in China: Deutschland deklassiert Argentinien

Deutschland schlägt Argentinien in der ersten Begegnung der Fussball-WM in China mit 11:0. Eine gute Leistung der Deutschen, bei denen Birgit Prinz und Sandra Smisek je drei Tore erzielten. Eine desolate, völlig indiskutable Leistung der Argentinierinnen, die sich als alles andere als WM-reif präsentierten.

Für ein Auftaktspiel war das nichts. Aber Birgit Prinz hat recht, wenn sie sagt, das sei nicht die Schuld der deutschen Spielerinnen.

Das Turnier fängt morgen an.

WM in China: Jetzt gehts los

Ab heute wird Fussball auf höchstem Niveau gespielt. Die 5. Fussballweltmeisterschaft der Frauen startet mit der Begegnung Deutschland - Argentinien.

Frisch gebloggt widmet sich diesem Ereignis in den kommenden Wochen und bewacht vor allem die Spiele der drei skandinavischen Teams, aber auch die anderen Konkurrenten.

Wer sind die Favoriten? Natürlich der Weltranglistenerste USA, der ähnlich wie die brasilianischen Männer als Dominant der vergangenen Jahre in den Wettbewerb einsteigt. 47 Spiele ohne Niederlage zeigen, dass der Weg zum Titel über die US-Girls führt.

Aber auch Titelverteidiger Deutschland muss zu den Anwärtern gerechnet werden. Ariane Hingst schreibt heute exklusiv in Dagens Nyheter. Die 28-Jährige spielt ihre dritte WM, spielt im Verein bei Djurgården in Stockholm und ihr kommt als Abwehrchefin eine wichtige Rolle zu. Ich habe Ari und drei Mannschaftskameradinnen aus Stockholm (Bente Nordby, Victoria Svensson und Dorte Dalum Jensen) für die Frauenfussballzeitschrift Nya Mål interviewt, die in diesen Tagen erscheint.

Ebenfalls starke Spiele erwarte ich von Norwegen und Brasilien. Die Norwegerinnen sind ein starkes Kollektiv mit neuen, grossen Talenten. Die Brasilianerinnen wie ihre männlichen Kollegen eine Sammlung von ungeheuer talentierten Individualisten, angeführt von der mit Abstand besten Spielerin der Welt, Marta (Umeå IK). Wenn sie es schaffen, in aufeinander abgestimmtes Team zu sein, können sie sehr weit kommen.

Schweden als Vizeweltmeister hat ein neues Team mit ein paar alten Hasen. Rücktritte von Malin Moström, Anna Sjöström, Linda Fagerström sowie Verletzungen von Caroline Jönsson, Frida Nordin und Josefine Öqvist haben Trainer Thomas Dennerby zu einem Neuaufbau gezwungen, in dem allerdings den beiden Routiniers Victoria Svensson und Hanna Ljungberg eine Schlüsselrolle zukommt. Die Abwehr ist stark, viel hängt davon ab, ob Lotta Schelin den Durchbruch zum Weltstar schafft.

In der zweiten Reihe lauern Gastgeber China, Dänemark, Australien und Japan.

Es ist angerichtet. Man darf ein ungeheuer spannendes und hochklassiges Turnier erwarten, das deutlich machen wird, dass die Unterschiede zwischen den Ländern und Kontinenten geringer geworden sind.

9. September 2007

WM in China: Norwegische Party

Norwegen zählt zu den Geheimfavoriten der WM in China. Zum fünften Mal dabei ist Keeperin Bente Nordby, die ein wenig wehmütig an ihre erste WM in China zurückdenkt, als sie mit 17 Jahren noch Reservetorhüterin war.

Sie wird definitiv beim schwedischen Vizemeister Djurgården aufhören und nach Norwegen zurückkehren, mit etwas Glück spielt sie aber noch in der Toppserien in Norwegen - und falls Norwegen sich als eine der ersten drei für Olympia 2008 qualifiziert, würde mich nicht wundern, wenn diese sympathische Sportlerin erst nächstes Jahr ihre grosse internationale Karriere beendet.

In Hengzhou spielen die Norwegerinnen am Mittwoch gegen Kanada. Die Stimmung ist super. Auf einer Pressekonferenz in der abgelaufenen Woche wurde seitens der anwesenden Spielerinnen soviel gelacht, dass ein chinesischer Journalist empört aufstand und sagte, das sei mehr eine norwegische Party als eine Pressekonferenz. Was dann auch Trainer und Betreuer zum Lachen brachte.

Alles ist perfekt organisiert in Hengzhou und das Hotel und die Einkaufszentren glitzern, aber Guro Knutsen aus Röa sagte, dass bei der Fahrt zum Training schon auffallend sei, dass viele Wohngebiete nicht annähernd so luxuriös seien wie das Bild, das man den Gästen gern von China geben würde.

Herbst in Stockholm

Und das kühle und regnerische Wetter der letzten Tage hat tatsächlich den Herbst nach Stockholm gebracht. Es hat keine Woche gedauert, bis sich die Blätter der Birken gelb verfärbt haben. Der Wechsel der Jahreszeiten, so scheint mir, vollzieht sich hier viel schneller als in Mitteleuropa.

Schwedische Tradition: "Nollning"

In Schweden wird oft das "typisch Schwedische" in einer sich immer mehr globalisierenden Welt diskutiert. Mittsommer, Erdbeeren, der Sommer, rote Holzhäuser, IKEA, das gleichberechtigste Land der Welt mit dem besten Leitungswasser des Planeten - solche Themen tauchen in den Zeitungen auf.

Etwas typisch Schwedisches ist aber auch die sogenannte "Nollning", das "Nullstellen" von Schülern, die von der Grundschule aufs Gymnasium wechseln oder vom Gymnasium an die Universität.

Dabei denken sich etwa die Zweitklässler auf dem Gymnasium (11. Klasse in Deutschland) immer wieder möglichst "lustige" und in den vergangenen Jahren eher demütigende Peinlichkeiten aus, um die Neuankömmlinge (10. Klasse) so richtig willkommen zu heissen.

Oft zwingt man die Neuen, sich besonders viel Alkohol einzuflössen. Die sechzehnjährige Anna wäre vergangenen Freitag beinahe bei ihrer "Nollning" gestorben.

Die Schüler des Gymnasiums Norra Real wurden von den ein Jahr älteren losgeschickt, um möglichst viele Tabletts aus Restaurants "zu besorgen". Wer nach der Meinung der Elftklässler zu wenig Tabletts brachte, musste sich im Gesicht bemalen lassen und grössere Mengen hochprozentigen Alkohol trinken.

Anna zog sich dabei eine schwere Alkoholvergiftung zu und wurde mit 3,0 Promille und einer stark herabgesetzten Körpertemperatur gottlob von Passanten gefunden. Die anderen Jugendlichen hatten die 16-Jährige einfach liegen gelassen. Nach Auskunft der Ärzte wäre sie tot, wenn sie später gefunden worden wäre.

Die Mutter Annas erstattet nun Anzeige gegen das Gymnasium, das Gymnasium seinerseits will die schuldigen Jugendlichen strafrechtlich belangen.

Der Fall Annas ist nur die Spitze des Eisbergs. Das sich ansonsten gern so zivilisiert gebende Schweden lässt seit Jahren zu, dass Jugendliche andere Jugendliche bis weit über die Grenzen des Geschmacks und der persönlichen Integrität kränken und wie im vorliegenden Fall sogar körperlichen Schaden zufügen.

Mich erinnert das an die "Dedowtschina" in Russland, dem System des Militärs, in dem die Dienstälteren die neuen Rekruten ebenfalls demütigen, misshandeln und bisweilen sogar töten.

Gewiss unterscheidet sich Russland von Schweden in dieser Hinsicht durch noch grössere Brutalität und Rücksichtslosigkeit, aber das "Nullstellen" von 16-Jährigen ist kein Ruhmesblatt für Schweden. In der Tat kommt den Schulen hierbei eine wesentliche Verantwortung zu. Alle wissen, dass die Elftklässler sich Jahr für Jahr immer neue Tricks ausdenken, um an geheim gehaltenen Orten die neuen Zehntklässler mal so richtig schön einzuweihen.

Aber eine Gesellschaft, die dies zulässt und nicht in der Lage ist, ihren Kindern den Respekt vor der körperlichen und psychischen Unversehrtheit seiner Mitbürger beizubringen, hat ein Problem.

Der Rektor von Norra Real hat bemerkt, dass er die Schuldigen im Fall Anna nicht von der Schule verweisen darf, das widerspricht den Gesetzen und Regeln. Auch das ist ein Problem. Denn Schüler, die ein 16-Jähriges Mädchen mit schwerer Alkoholvergiftung einfach liegen lassen, muss klar gemacht werden, dass sie die Grenzen weit überschritten haben. Und das geht nur über Sanktionen, wenn Gespräche nicht mehr helfen. Gespräche werden schon seit Jahren geführt und jedes Jahr liest man von erschreckenden Fällen von "nollning".

NACHTRAG: Auch Svenska Dagbladet widmet sich dem Problem. Nach Angaben von Polizeisprecher Jonas Elling werden die Erniedrigungen von Jahr zu Jahr schlimmer und der Alkoholkomsum grösser. Am Wochenende habe man daher speziell nach solchen Aktionen gesucht.

In der Nacht zum Samstag kam die Polizei zu einem solchen "Fest" im Vitabergsparken auf Södermalm. Mehrere Jugendliche waren völlig alkoholisiert. "Trink! Trink, du Schwein!" hätten Jugendliche jüngeren Schülern zugerufen. Als die Polizei auftauchte, rannten sie davon. Die Polizei schüttete acht Liter Wodka und 70 Dosen Bier und 12 Liter Wein aus.

Die Schüler waren vom Internationalen Gymnasium aus Liljeholmen. Am Montag wird sich die Rektorin mit der Angelegenheit befassen dürfen.

Jonas Elling: "Das ist ein Gesellschaftsproblem. Eltern, Polizei, Schule und Sozialam müssen zusammenarbeiten."

Leider liest man das jedes Jahr und nichts ändert sich.

Schwedens Startelf steht

Nun hat Thomas Dennerby sich entschieden. Morgen beginnt in China die Fussball-WM der Frauen mit der Begegnung zwischen Titelverteidiger Deutschland und Argentinien. Vizeweltmeister Schweden spielt seine erste Partie am Dienstag gegen Nigeria.

Ein Platz war noch vakant und Sara Thunebro von Djurgården durfte sich Hoffnungen machen. Aber Dennerby hat sich für die routiniertere Frida Östberg entschieden. Sowohl Thunebro wie Östberg spielen in ihren Vereinen auf der rechten Seite. Östberg spielt aber am Dienstag auf der linken Seite der Abwehr.

Die Startformation am Dienstag:

Hedvig Lindahl (Linköping), Frida Östberg (Linköping), Stina Segerström (Örebro), Hanna Marklund (Sunnanå), Anna Paulson (Umeå), Nilla Fischer (Malmö), Caroline Seger (Linköping), Victoria Svensson (Djurgården), Therese Sjögran (Malmö), Hanna Ljungberg (Umeå), Lotta Schelin (Göteborg).

Madeleines Eltern fahren nach Hause

Der Fall der 4-Jährigen Madeleine, die vor einigen Monaten aus der Ferienwohnung der Eltern verschwand hat weltweites Aufsehen erregt. Nicht zuletzt, weil die Eltern Spenden sammelten, der Vater seit Monaten im Internet bloggt und das Ehepaar McCann alles getan hat, um Publizität zu erzeugen.

Ein paar Millionen Euro wurden gespendet, die McCanns reisten quer durch Europa au der Suche nach der Tochter und blieben monatelang in Portugal.

Nun fahren sie nach Hause.
Grund: die beiden anderen Kinder sollen zur Normalität zurückkehren. Ein unausgesprochener Grund mag aber auch in den Verdachtsmomenten liegen, die die portugiesische Polizei in den vergangenen Tagen nun gegenüber den Eltern geäussert hat. Es gäbe gewisse Indizien, die vor allem die Mutter belasten, hiess es. Leichenhunde hatten auf den Autoschlüssel von Kate McCann reagiert.

Am Tag des Verschwindens hatte das Ehepaar die Tochter zunächst in einem Kindergarten abgegeben, hatte sie dann knapp zwei Stunden in der Ferienwohnung, bevor man ihr ein Schlafmitel gab, damit man ungestört Essen gehen konnte. Das klingt so, als ob die McCanns ihren Urlaub so richtig geniessen wollten. Ungestörte Zweisamkeit.

Am Montag findet eine Verhandlung vor dem Gericht in Portimao also ohne die McCanns statt. Dort wird entschieden, ob der Grad des Verdachts gegen die Eltern erhöht wird.

Madeleine bleibt weiter verschwunden und die Erfahrung aus solchen Kriminalfällen sagt, dass es wenig Hoffnung gibt, dass das Mädchen noch lebt.

5. September 2007

Reinfeldt besucht Moschee

Nach den Demonstrationen gegen Schweden und die Veröffentlichung der Zeichnungen des Künstlers Lars Vilk traf sich Ministerpräsident Reinfeldt nun gestern mit den Vertretern verschiedener muslimischer Verbände in einer Moschee auf Södermalm in Stockholm.

Und natürlich waren sich hier alle einig, dass man religiöse Gefühle respektieren müsse, aber dass Meinungsfreiheit auch ein wichtiges Gut sei und so weiter und so fort.

Die Welt schien wieder in Ordnung.

Aber allein schon die Tatsache, dass die Vorzitzende des muslimischen Rats in Schweden eine Frau ist, zeigt, dass es offenbar nicht die richtigen Gesprächspartner waren.

In Kopenhagen wurden gestern unterdessen mehrere junge Muslime unter Terrorverdacht festgenommen. Die dänische Sicherheitspolizei erklärte, dass es Verbindungen zum Terrornetzwerk al Qaeda gäbe.

Dänemark gilt schon seit geraumer Zeit als potentielles Angriffsziel von Terroristen. Einerseits wegen der Veröffentlichung der Mohamed-Karikaturen in der Zeitung Jyllandsposten, andererseits wegen seines Engagements in Afghanistan und Irak.

1. September 2007

Der Boss im Globen

Exakt 62 Minuten dauerte es, bis die knapp 14.000 Karten für den Stockholmer Globen am 10. Dezember ausverkauft waren. Bruce Springsteen kommt zu Besuch nach Schweden, nach längerer Zeit mal wieder mit seiner E-Street-Band und wie immer brach der Server des offiziellen Ticketvermittlers ticnet.se mehr oder weniger zusammen und bescherte den Kunden lange Wartezeiten und in vielen Fällen nur grosse Enttäuschung.

Ganz auf Nummer sicher gingen dagegen ein paar Dutzend Fans, die bereits seit Dienstag im wahrsten Sinne des Wortes ihre Zelte vor der Vorverkaufsstelle am Globen aufgeschlagen hatten und denen vier Nächte warten auf den dann 58-Jährigen Rockstar schon zur Gewohnheit geworden sind.

Im Oktober kommt das neue Album "Magic" auf den Markt. Die erste Single "Radio Nowhere" ist bald käuflich zu erhalten, seit vorgestern und bis Mittwoch aber gratis bei ITunes in den USA und Grossbritannien zu haben.

Anhören kann man sich das Stück beim Klick auf den Link weiter unten...

Hass gegen Schweden

Schweden und seine Bewohner sind es gewohnt, von weiten Teilen der Welt geliebt zu werden. Besonders aus Deutschland kommt Zuneigung, Bewunderung und bisweilen naive Verehrung für alles Schwedische.

Aber seitdem der vormals unbekannte Künstler Lars Vilk den Propheten Mohamed als "Kreisverkehrhund" zeichnete und die Provinzzeitung Nerikes Allehanda in Örebro diese Zeichnungen abdruckte, müssen die Schweden sich mit einem anderen leidenschaftlichen Gefühl auseinandersetzen. Muslime in Schweden demonstrieren gegen die Zeichnung und ihre Veröffentlichung, in Teheran wurde die schwedische Botschafterin ins Aussenministerium zitiert und in Pakistan wurden gestern in Lahore und Karachi sowohl schwedische Flaggen wie auch Puppen, die den Ministerpräsidenten Fredrik Reinfeldt darstellen sollten, von wütenden Demonstranten verbrannt.

Man erwartet eine Entschuldigung von höchster Stelle. Der Prophet darf überhaupt nicht dargestellt werden und ihn mit dem Leib eines Hundes, eines unreinen Tieres nach muslimischem Glauben, in Verbindung zu bringen, hat die Gemüter noch mehr erregt.

Das Problem ist, dass Freiheit der Meinung und der Kunst Begriffe und Werte sind, die in Ländern wie Iran und Pakistan weitgehend unbekannt sind. Hinter einem Kunstwerk oder einem Artikel in einer Zeitung stehen in Demokratien wie Schweden nicht Regierung und Gesinnungspolizei, sondern lediglich derjenige, der sich künstlerisch oder publizistisch äussert.

Der Staat schreibt nicht vor, wie sich Menschen zu kleiden haben oder welche Musik zu hören wie etwa Iran, das vor kurzem eine "illegale" Party mit "satanischer Musik" zum Anlass nahm, rund 200 junge Menschen zu verhaften.

Die religiösen Gefühle von Christen, Muslimen, Buddhisten oder anderen sind zu respektieren, aber dieser Respekt darf nicht dazu führen, dass Menschen, die sich an die Grenzen religiöser Gefühle heranwagen, mit Morddrohungen überschüttet werden.

Aussenmnister Carl Bildt hat die Angelegenheit bislang nicht kommentiert. Meinungsfreiheit ist ein wesentliches Gut der Demokratie in den sogenannten "westlichen" Ländern.

Man kann sich über die aktuellen Zeichnungen auseinandersetzen, man kann sie in Worten verurteilen, ablehnen, als geschmacklos bezeichnen. Den Künstler, die Journalisten oder gar den Ministerpräsidenten deshalb töten zu wollen geht jedoch entschieden zu weit. Und verbieten oder gar die Redaktion von Nerikes Allehanda zu schliessen wäre ebenfalls ein falscher Schritt.

Die Affäre um die schwedischen Mohamed-Zeichnungen ist ein weiteres Indiz dafür, dass wir in einer geteilten Welt leben. Bis zum gewünschten Dialog mit der muslimischen Welt ist es auch fast sechs Jahre nach 9/11 noch sehr weit.

31. August 2007

Mäusefieber

In Schweden warnen Ärzte vor einer Epidemie von Mäusefieber. Jetzt, wo es täglich kälter wird, in Kiruna liegt schon Schnee, suchen sich Feld- und Waldmäuse warme Plätze zum Überwintern. Und die gibt es in der Nähe von menschlichen Behausungen. Das Mäusefieber verursacht hohes Fieber, Muskel-, Bauch- und Rückenschmerzen, Kopfweh und Müdigkeit. Einen Impfstoff gibt es nicht und die Krankheit wird durch Einatmen übertragen.

Da Mäuse in und um Sommerhäusern, Scheunen etc. herum ihre Exkremente hinterlassen, besteht ein erhöhtes Risiko in diesem Herbst, sagt die Epidemologin Maria Hjertqvist.

Von Juni 2006 - Juni 2007 wurden in Schweden 1394 Menschen mit der Diagnose Mäusefieber versehen, doppelt so viele wie im Jahr zuvor.

27. August 2007

Letzter Montag im August

Bei "Frisch gebloggt" ist es im Moment aufgrund Zeitmangel etwas ruhig. Die meisten Blogs sind Einmann- bzw. Einfrau- oder besser Einmenschunternehmen und dementsprechend steht und fällt die Zahl der Posts und ihrer Ausführlichkeit mit der verfügbaren Zeit.

Demnächst wieder mehr aus Schweden.

Und heute ein Song, der mit jedem Hören jedenfalls für mich in der Rangliste der Top 100 aller Zeiten ein Stückchen höher steigt. Einfach geniales Songwriting und erstklassig produziert: U2 mit "One" von ihrem Album "Achtung Baby!":

19. August 2007

WM-Pause

Der achtzehnte Spieltag der Damallsvenskan endete mit vier Spielen am Sonntag.

KIF Örebro gewann bei QBIK mit 2:1 und der Klassenerhalt der Mannschaft aus Värmland wird nun immer unwahrscheinlicher, zumal noch ein Spiel gegen Malmö auf dem Programm steht. Pavlina Scasna glich die Führung der Gastgeberinnen (Rebecca Johnsson) aus und Elin Hammarström erzielte den Siegtreffer in einer Begegnung, in der sich wieder einmal die griechisch-amerikanische Torfrau Maria Yatrakis bei QBIK auszeichnete. Wenn ich Trainer in der Damallsvenskan wäre und eine Weltklassetorfrau für 2008 suchen würde...

Deutlich mit 3:0 gewann Göteborg in Falköping und damit scheint auch der zweite Absteiger fest zu stehen. AIK und Hammarby haben in den letzten Begegnungen einen zu guten Eindruck gemacht, als das noch an eine Wende ganz unten zu glauben wäre.

Lediglich 1:0 siegte Sunnanå gegen Bälinge, das nach den Abgängen von Sanna Talonen und Kacey White mitten in der Saison viel an Offensivkraft verloren hat. Das kann auch eine Anne Mäkinen nicht retten.

Im Stockholmer Lokalderby hatten alle schon mit einem 0:0 nach einem sehr intensiven Spiel mit Torchancen auf beiden Seiten gerechnet, als Victoria Svensson sich auf dem linken Flügel durchsetzte und einen genauen Pass auf Emma Lundh spielte, die den Siegtreffer in letzter Sekunde markierte. Dabei konnte Hammarby einmal mehr zeigen, dass es mit den besten Teams durchaus mithalten kann. Umso unverständlicher, dass das Team von Anders Bengtsson nur auf Rang neun rangiert.

Und dass zwei Beobachter die Leistungen von Spielern ganz anders sehen können, beweist der Bericht von Lars Grimlund in Dagens Nyheter, der Elin Ekblom ein tolles Spiel bescheinigt. Dabei hatte Hammarby gerade grossen Erfolg damit, die sonst so gefährliche Rechtsachse Thunebro - Ekblom weitgehend auszuschalten. Anna Lindblom spielte direkt gegen Elin Ekblom und machte ein Riesenspiel. Nicht dass Ekblom schlecht gespielt hätte, sie versuchte es immer und immer wieder und gab nicht auf, aber die 18-Jährige Anna Lindblom entschied beinahe jeden Zweikampf für sich.

Und Bente Nordby aufgrund einer Unsicherheit negativ zu bewerten, ist ebenfalls völlig verfehlt. Im Mittelfeld zeigte überdies Marijke Callebaut bei Hammarby eine Glanzleistung und gäbe es Kilometergeld, könnte sie heute einiges einstreichen. Hammarby hat eine sehr talentierte Mannschaft mit jungen Spielerinnen: Anna Lindblom (18), Annica Svensson (24), Louise Fors (17), Daniela Chamoun (17), Josefin Wejner (18) und Jessica Landström (23) sind nur einige Namen, von denen noch zu hören sein wird.

Die Einschätzung von Victoria Svensson, dass man mit dem Ausgang der Meisterschaft bei sechs Punkten Vorsprung für Umeå kaum etwas zu tun haben wird, ist nun wohl realistisch und das Double für die Marta & Co. Mannschaft fast sicher. Dennoch wird es am 03. November und dem letzten Spieltag sicherlich eine mehr als heisse Begegnung, wenn Djurgården Umeå empfängt. Aber Umeå müsste ein weiteres Spiel verlieren und noch einen Punkt abgeben, um die Stockholmerinnen noch einmal aufholen zu lassen.

18. August 2007

Umeå schlägt Malmö 2:0


Im Spitzenspiel der Damallsvenskan besiegte Umeå heute den LdB Malmö FC mit 2:0. In der ersten Halbzeit machte die erst 19-Jährige Malin Levenstad ein grossartiges Spiel und konnte die gerade mal zwei Jahre ältere Marta noch weitgehend neutralisieren.

In Halbzeit Nummer zwei gab Marta zunächst die Vorlage zum 1:0 durch Lisa Dahlqvist und schoss dann das 2:0 selber. Die WM in China könnte zur grossen Bühne für die Brasilianerin werden, ob Umeå sie dann noch halten kann, wenn die Amerikaner für ihre neu geplante Profiliga mit den grossen Scheinen wedeln?

Im zweiten Spiel des Tages trennten sich die beiden Flops der Saison 1:1. AIK und Linköping. Erstere wollten im gesicherten Mittelfeld mit Drang nach oben spielen und letztere wollten ein gewichtiges Wort um die Meisterschaft sprechen.

Linköping hatte die klar besseren Torchancen, aber AIK hielt in der zweiten Hälfte dagegen und Nationaltorfrau Hedvig Lindahl sah beim Ausgleichstor, einer direkt verwandelten Ecke von Linda Lekander, nicht gut aus. Auf der anderen Seite patzte aber auch ihr Konkurrentin Sofia Lundgren, die jedoch mit einer Glanzparade bei einem Schuss Maureen Mmadus einen höheren Rückstand verhindert hatte.

Spielerin des Tages in Solna war die 20-Jährige Nigerianerin Faith Ikidi in der Abwehr von Linköping. Sie gewann jeden Zweikampf und hätte in der letzten Sekunde beinahe noch das Siegtor geköpft, aber der Ball nach einer Flanke von Frida Östberg landete an der Querlatte.

Fortsetzung des letzten Spiels vor der WM-Pause morgen mit vier Begegnungen, darunter dem Lokalderby in Stockholm zwischen Djurgården und Hammarby.

Entscheidet Marta heute auch die Meisterschaft?

Spitzenspiel in der schwedischen Liga: Meister und Tabellenführer Umeå empfängt den Zweiten aus Malmö (vier Punkte Rückstand). TV4 überträgt live ab 16.00 Uhr vom Gammliavallen.

In den letzten vier Spielen siegte Umeå jeweils "nur" mit einem Tor. Zuletzt im Pokalfinale am Mittwoch 4:3 gegen AIK aus Solna.

Der Unterschied zwischen den Spitzenclubs war in der vergangenen Saison grösser, doch sind Anna Sjöström und Malin Moström zurückgetreten, Sofia Lundgren, Sanna Valkonen und Anne Mäkinen verliessen den Verein. Neu hinzu kamen u.a. Madelaine Edlund, Ramona Bachmann und die Chinesin Ma. Ma ist inzwischen wieder in China, die Jugendweltfussballerin des Jahres konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen.

Der wesentliche Unterschied zwischen Umeå und den beiden anderen Topteams Malmö und Djurgården ist die fast zierlich wirkende Spielerin mit der ungewöhnlichen Rückennummer 60: Marta Vieira da Silva, kurz Marta genannt. Weltfussballerin des Jahres und nicht nur meiner Meinung nach die beste Frau, die jemals gegen einen Ball getreten hat.

Als die Verantwortlichen von Umeå IK 2004 Kontakt zu der damals 18-Jährigen aufnahmen und einfach in Brasilien anriefen, hielt Marta das für einen schlechten Scherz. Warum sollte ihr jemand in einem weit entfernten Land Geld anbieten, um Fussball zu spielen. Der Legende nach legte sie zunächst einfach auf. Umeå wäre nicht Umeå, wenn man einfach aufgegeben hätte. Nach einigen Schwierigkeiten setzte sich Marta ins Flugzeug, absolvierte ein Probetraining und unterschrieb einen Vertrag.

Am Anfang fror sie noch sehr, inzwischen hat sie sich wohl einigermassen an das so ganz andere Klima gewöhnt. Und Woche für Woche ist sie es, die in der schwedischen Liga das Publikum anlockt. Marta ist so etwas wie ein Naturereignis. Technisch absolut unerreichbar. Eine Antrittsschnelligkeit, die auf eine sehr gute Zeit über 100 m hindeutet. Mit einem fantastischen Spielüberblick und darüber hinaus beeindruckenden Zweikampfstärke.

Dass sie alleine Spiele entscheiden kann, hat sie immer wieder bewiesen. 3:0 führte Umeå im Pokalendspiel bei AIK am Mittwoch, zwei Treffer waren auf ihr Konto gegangen. Als AIK sich in das Spiel hineinkämpfte und nach Standardsituationen durch Laura Kalmari und zweimal Frida Höglund den sensationellen Ausgleich schaffte, waren ihre renommierten Mitspielerinnen Anna Paulson, Karolina Westberg (beide nominiert für die WM), die Norwegerin Lise Klaveness am Rand der Niederlage. Man zitterte vor dem nächsten Eckball, dem nächsten Freistoss der Gastgeberinnen.

In der 86. Minute schnappte sich Marta den Ball auf der linken Seite, setzte zu einem ihrer unvergleichlichen Sprints an, wo sie wieder einmal mit dem Ball schneller lief als zwei Gegenspielerinnen ohne und mit einem platzierten Schuss aus spitzem Winkel bezwang sie Sofia Lundgren und machte das Siegtor für Umeå.

Umeås Fussballchef Roland Arnqvist hatte Marta damals nach Schweden geholt. Jetzt will er die Brasilianerin langfristig an den Club binden. Martas Agent kommt mit der brasilianischen Nationalmannschaft Ende August nach Umeå und dann wird verhandelt. Arnqvist will noch vor dem 10. September einen Vertrag mit der 21-Jährigen abschliessen. Dann beginnt in China die WM und spätestens dann wird die Fussballwelt die Augen aufmachen und Marta wird nicht nur Schweden, sondern die ganze Welt zu Füssen liegen.

Heute nun Umeå - Malmö. Vieles, nein Alles hängt davon ab, ob es Malmös Abwehrreihe gelingt, Marta weitgehend auszuschalten.

Für den Verlauf der Meisterschaft wäre das wünschenswert.

17. August 2007

Deutliche Kritik an der einheitlichen Gebühr für Häuser

Mit den Begriffen kann man ins Schleudern kommen. "Fastighet" ist im Schwedischen ein Begriff, der sowohl ein Haus wie auch das Grundstück drum herum meint. Zur Zeit und seit vielen Jahren gibt es eine Steuer, die sich "fastighetsskatt" nennt und den Wählern des bürgerlichen Lagers schon immer ein Dorn im Auge war.

Jedes zweite oder dritte Jahr setzte man in den Gemeinden Schätzwerte für Häuser und Grundstücke fest. An diesen Schätzwerten ("taxeringsvärde") orientierte sich die zu zahlende Steuer.

Ergo zahlte eine Familie im dünn besiedelten Västerbotten für ihr altes Haus wesentlich weniger Steuern als eine reiche Familie mit grossem Haus und Grundstück in Djursholm, Täby oder Lidingö, den Stockholmer Speckgürteln.

Die Regierung Reinfeldt hat das geändert. Und vor einigen Monaten einen Vorschlag vorgelegt, nachdem ab dem 01.01.2008 ALLE Hausbesitzer in Schweden dieselbe Gebühr (höchstens 4.500 Kronen pro Jahr) bezahlen. Für die Besserverdienenden mit grossem Immobilienbesitz wird das ein Riesengeschäft, statt Sekt wird Champagner getrunken werden in der Sylvesternacht 2007/08, zumal Reinfeldt sich und den Seinen auch noch die Vermögenssteuer vom Hals schaffte.

Traditionell und daran hat selbst die rechte bürgerliche Regierung nichts geändert, gehen Gesetzesvorschläge auf "remiss". Das bedeutet, dass man sie verschiedenen Lobbyorganisationen, die davon berührt sind oder Expertenwissen haben, vorlegt und um deren Kommentar bittet. Sinn der Sache ist die Verfeinerung und manchmal auch das Vermeiden von Fehlern.

Die Expertisen zur Einführung der einheitlichen Gebühr für Hausbesitz sind nun eingetrudelt. Und die Kritik ist vernichtend.

Boverket, staatliche Wohnbehörde (wie heisst wohl sowas auf Deutsch, wenn es das niht gibt?), etwa ist der schon von anderen Kritikern geäusserten Auffassung, dass das neue Verfahren einerseits die Mobilität behindere und es andererseits jungen Menschen schwer macht, auf dem Immobilienmarkt überhaupt aktiv zu werden.

Am schwerwiegendsten sind für Boverket jedoch die verteilungspolitischen Effekte. Für Besitzer älterer und recht billiger Objekte ändere sich nichts, während die Besitzer wertvoller Häuser in den Gegenden der Oberschicht gigantische Nachlässe erhielten.

Die bürgerliche Regierung wird überwiegend von Besserverdienenden gewählt und natürlich bedient sie vor allem ihre Stammwählerklientel. Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst drastischer in Schweden als je zuvor.

Gleicher Meinung ist Matthias in seinem Blog "Poona", der noch einmal darauf hinweist, dass die Expertisen kaum überraschen, da bereits Sozialdemokraten, Grüne und Linke genau dieselben Kritikpunkte hatten.

Stureplanskultur

Die drei "wichtigsten" Blogs in Schweden werden von Menschen geschrieben, die mit Nachnamen Schulman heissen, verkündete Dagens Nyheter vor einigen Wochen. Dabei verwechselte die Zeitung Begriffe wie Popularität und Wichtigkeit.

Das ist in etwa so, als wenn die Schwarzwaldklinik die wichtigste Produktion des deutschen Fernsehens gewesen wäre.

Alex und Katrin Schulman sind seit kurzem miteinander verheiratet. Katrin ("Jetzt habe ich auch noch Durchfall.") und Alex waren auf Hochzeitsreise. Am 31.07. veröffentlichte der Bräutigam drei Bilder vom Flitterwochendomizil in Italien und lobte einen Wettbewerb aus. Findet heraus, wo wir sind, wer am schnellsten den richtigen Ort nennt, dem wird meine Braut einen blasen, warum nicht.

Anna Larsson rechnet in Svenska Dagbladet mit der hirnlosen Spassgesellschaft ab, die in Schweden offensichtlich noch vor allem sich selbst feiert und in Deutschland schon seit einigen Jahren wieder out ist.

Die Schulmans gehören zu den selbsternannten Schönen und Reichen, die das Gebiet rund um den Stockholmer Stureplan vor allem nachts bevölkern. Larsson greift die Vergewaltigungsfälle der letzten Wochen rund um den Stureplan auf und setzt sie in einen geistigen Zusammenhang zu den Ergüssen der "wichtigen" Blogger.

Larsson hat Recht. Das von Schulman vermittelte Frauenbild (meine Frau bläst dir einen, wieso nicht) trägt wesentlich zu dem vorherrschenden Frauenbild in einigen Teilen der Gesellschaft bei. Ihre Forderung, dass die Zeitung Aftonbladet, für die Schulman bloggt, ihn entlassen solle, geht allerdings zu weit. Aftonbladet muss selber entscheiden, welchen geistigen Durchfall es seinen "Journalisten" gestattet.

Widerlich

Und noch ein Kriminalfall aus den heutigen Nachrichten. Gestern wurde ein 10-Jähriges Mädchen in Tyresö, südlich von Stockholm, von drei ca. 17 Jahre alten Mädchen mit Fusstritten so schwer misshandelt, dass sie Blut erbrach. Die Mädchen sind nicht identifiziert und weiterhin auf freiem Fuss.

Bei der Tat gab es einen erwachsenen Mann als Zeugen, der jedoch nicht eingriff. Die Polizei sucht auch nach dem Mann.

Bereits vor vier Tagen war eine 13-Jährige in Tyresö von zwei unbekannten Mädchen misshandelt worden. Die Polizei schliesst nicht aus, dass es sich um dieselbe Gang handelt.

Dass immer mehr Mädchen gewalttätig werden, ist ein Trend, den die schwedische Polizei in den letzten Jahren festgestellt hat. Dass jetzt schon Kinder zu den Opfern werden, ist widerlich und abscheulich.

Dabei ist mir wirklich scheissegal (sorry) aus welchen schwierigen Familien die Mädchen kommen mögen. Es ist an der Zeit, dass man in Schweden auch einmal die Opferperspektive wahrnimmt und dass die Gesellschaft ihre Aufgabe ernst nimmt, die Menschen vor solchen gestörten Individuen zu schützen. Im schwedischen Rechtssystem haben minderjährige Gewalttäter eigentlich keine Konsequenzen zu erwarten.

XY ungelöst - Motorradgangs nehmen zu

Meine heutigen Blockeinträge erinnern an Eduard Zimmermanns Fernsehklassiker Aktenzeichen XY...

In Schweden sind zur Zeit drei Motorradgangs sehr aktiv. Sie bekriegen sich untereinander, handeln mit Waffen und Drogen und erpressen Schutzgeld von Inhabern kleiner Geschäfte.

Die schwedische Polizei hat festgestellt
, dass die Gruppe Outlaws markant zugenommen hat und befürchtet einen ähnlichen Bandenkrieg wie in den 90er Jahren, als es immer wieder zu Schusswechsel und sogar dem Einsatz von Panzerfäusten in Wohngebieten gekommen war - es gab mehrere Tote.

Schönheitschirurg vor Gericht

Vor einigen Wochen hatte ich hier über den Schönheitschirurgen aus Malmö berichtet, der sich nicht erklären kann, wie sein Sperma in die Vagina einer betäubten Patientin gekommen sein soll.

Der Fall hat sich inziwschen weiter entwickelt. Weitere Patientinnen des Mannes haben sich gemeldet und ihn wegen sexueller Belästigung und Vergewaltigung angezeigt.

Insgesamt handelt es sich um bis zu zwölf Frauen, die der Arzt missbraucht haben soll.

In Schweden kann er dennoch mit höchstens vier Jahren eine recht milde Strafe erwarten.

Flottsbro - zweite Leiche innerhalb eines Monats gefunden

Am 25. Juli hatte man im Feizeitgebriet Flottsbro in der südlich von Stockholm gelegenen Gemeinde Huddinge eine Frauenleiche gefunden - bis heute nicht identifiziert und nach Angaben der Pathologen ermordet. Heute nun wurde in dem Gebiet auch ein Mann gefunden. Polizeisprecher Björn Engström teilte mit, die Polizei werde eine Voruntersuchung wegen Mordes oder schwere Körperverletzung einleiten.

16. August 2007

Zeitung lesen

Angeblich sind die Schweden Weltmeister im Aktienbesitz. Schwedische Zeitungen schreiben ohnehin gerne mindestens einmal pro Woche einen Artikel, in dem sie hervorheben, das Schweden in irgendeinem Bereich Weltspitze ist. So leben wir im besten Land der Welt, jawohl das tun wir. Das gleichberechtigste Land mit dem besten Leitungswasser, dessen Bewohner Vizeweltmeister (leider nur Vize...) im Kaffeetrinken sind, aber Weltmeister im Aktiensparen.

Begründet ist das darin, dass alle in Schweden Steuern bezahlenden Erwerbstätigen jährlich eine Summe zur Alterssicherung in Aktienfonds investiert bekommen. Nicht nur freiwillig also sind neun Millionen Weltmeister im Aktienbesitz.

Und die Aktien fallen, meldet DN. Die Immobilienkreditbranche in den USA geht zum Teufel, tausende Amerikaner aus der unteren Mittelschicht verlieren Haus und Hof und das zieht die Börsen weltweit seit gut 14 Tagen in den Keller. Jetzt ist der gesamte Zuwachs der Stockholmer Börse für 2007 verschwunden. "Na, wie stehen die Aktien?" fragen gern manche Zeitgenossen in Deutschland und meinen eigentlich "Wie gehts?". In Schweden sollte man die Frage zur Zeit also nicht stellen, sie könnte wortwörtlich verstanden werden.

Währenddessen bieten immer mehr Stockholmer Gymnasien ihren Schülern Chinesisch an. Der Zusammenhang ist offenkundig. Aktienfonds mit chinesischen Anteilen sind in diesem Jahr bislang am stärksten gestiegen. Obwohl der Schulbehörde keine Statistik vorliegt, bestätigt auch sie den Trend, es gäbe mehr und mehr Schüler, die Chinesisch lernen.

Wir haben es immer schon gewusst. Europas Rebellen sind nicht die Italiener oder Franzosen oder gar die Briten oder Schweden. Es sind die Dänen. [Vi är röde, vi är hvide...] Trotz der Einführung des "working place ban" für Raucher, paffen die Dänen munter weiter und entdecken Schlupflöcher in dem Gesetz, das sie eigentlich zwingen sollte, ihren Nikotingenuss nach draussen zu verlegen. Wenn ein Lokal kleiner als 40 Quadratmeter ist, darf darin geraucht werden und der Dänemark-Korrespondent stellt entsetzt fest, dass in dem nur 34,4 Quadratmeter grossen "Jernbanecafé" auf dem Hovedbanegård (dem Hauptbahnhof) von Kopenhagen gestern zehn Dänen Bier tranken und rauchten und damit zwei nichtrauchende Touristen den bekannten Gefahren des Passivrauchens aussetzten.

Im schwedischen Pokalfinale der Frauen am gestrigen Abend stellte die 21-Jährige Brasilianerin Marta (wieder einmal) ihre Extraklasse unter Beweis. Als den schwedischen Nationalverteidigerinnen von Meister Umeå IK, Anna Paulson und Karolina Westberg, allmählich schwindlig wurde und Aussenseiter AIK aus dem 0-3 Halbzeitrückstand ein 3-3 gemacht hatte und die nächste Ecke oder der nächste Freistoss das 4-3 für AIK hätten bedeuten können, legte die zierliche Marta einfach einen zusätzlichen Gang ein, überspurtete zwei Verteidigerinnen und schoss das 4-3 Siegtor für Umeå, ihren dritten Treffer in diesem sehenswerten Pokalendspiel. Den auch in Schweden vorherrschenden Vorurteilen, dass Frauenfussball einfach mies sei, bewiesen die 22 Spielerinnen auf Skytteholms IP mit 92 hochklassigen, dramatischen Minuten eindrucksvoll das Gegenteil.

Vor 105 Tagen verschwand in Portugal die kleine Madeleine. Ihre Eltern hatten das Kind alleine gelassen, um zu einem Abendessen zu gehen. Unverantwortlich. Madeleine verschwand und die europäische Presse überschlug sich. Mit jeder Woche, die verstrich, musste man umso mehr annehmen, dass Madeleine tot ist. Fälle wie der der Österreicherin Natascha Kampusch sind Ausnahmen. Jetzt hat man Blutspuren aus der Ferienwohnung analysiert und festgestellt, dass das Blut nicht von Madeleine war. Es gehöre mit einer Wahrscheinlichkeit von 72% einem nordosteuropäischen Mann, stellte das forensische Labor in Birmingham fest. Die portugiesische Polizei geht jetzt auch davon aus, dass das Mädchen nicht mehr am Leben ist. "Wir schenken der Möglichkeit, dass Madeleine tot ist, jetzt mehr Aufmerksamkeit. Das bedeutet aber nicht, dass wir andere Möglichkeiten ausschliessen," sagte Inspektor Olegario Sousa. Sousa bestätigte auch, dass Leichenhunde angezeigt hätten, dass sich eine Leiche in dem Apartment befunden haben muss. Morgen wird die portugiesische Polizei ihre erste Pressekonferenz seit vier Wochen geben. Mehr dazu in The Times.

Die sang- und klanglose Niederlage des schwedischen (Herren)Meisters Elfsborgs im Champions-League-Qualifikationsspiel beim spanischen FC Valencia (0:3 am Dienstagabend) beschäftigt Jan Majlard von Svenska Dagbladet. Eine enttäuschte Abrechnung mit dem schwedischen Männerfussball und ein Stirnrunzeln gegenüber den Kollegen der schwedischen Presse, die dennoch Woche für Woche ie schwedische Liga zu einem grossen Ereignis hochstilisieren. Eine Spitze bekommt auch Nationaltrainer Lars Lagerbäck, der seine Mannschaft langweiligen Fussball spielen lasse. Bravo Jan Majlard! Du hast völlig recht. Ich habe mir zwei Spiele der Herrallsvenskan für teures Geld angesehen und war von dem Niveau des Gebotenen entsetzt. Preis- und Leistungsverhältnis stimmt hier überhaupt nicht. Das einzige, was in Majlards Artikel fehlte, war der Tipp, mal ein Erstligaspiel der Frauen in Schweden zu besuchen, die vielleicht wirklich in der besten Liga der Welt spielen.

15. August 2007

Heja AIK - grattis Umeå!

Final i svenska cupen på Skytteholms IP i kväll. Knappt 1300 åskådare - jag hade hoppats på mer.

Första halvlek - en besvikelse för AIK som hela den här säsongen. Säkert hade man velat bjuda Umeå på en het match precis som Hammarby lyckades med i söndags.

Men Marta, vem annars, visade sin extraklass och gjorde 1-0 efter bara några minuter efter en försvarsmiss, 2-0 efter en kvart. Inför förbundskaptenens ögon kunde sedan Madelaine Edlund utöka ledninge till 3-0 före halvtid.

Ingen som skulle satsat en slant på AIK. Och jag pratade om vändningar som jag sett genom åren och att vi ikväll inte skulle se en sådan.

Finns det en chans för AIK, frågade Radiosportens reporter Thomas Dennerby som satt bredvid mig. Diplomatiskt svarade han, att om de skulle kunna göra ett snabbt mål så kunde dem kanske komma in i matchen igen. Men jag slår vad att inte heller han trodde på det.

Det snabba målet kom dock. Andra halvleken knappt påbörjat. Hörna för AIK och Laura Kalmari trycker in 1-3. Laura som haft en så svår säsong med en skada som hon laborerade flera veckor med. Bara sju minuter senare frispark AIK och Frida Höglund gör 2-3. Det som inte kunde ske hade skett. AIK var tillbaks i matchen och pressade Umeå ordentligt. Tjejerna sprang planen upp och ner och ännu en gång utmärkte sig Sanna Valkonen med ett härligt försvarsspel, men alla andra gjorde också sitt. Nazanin Vaseghpanah kom in i matchen. Umeå försökte hålla emot och Dennerby lär ha noterat att Anna Paulsson och Karoline Westberg inte visade sin annars höga klass i alla situationer.

Umeå fick problem i alla fasta situationer när både Jessica Julin och Sanna Valkonen gav sig in i vimlet i boxen. Tio minuter före slut hörna för AIK. Och Frida Höglund nickar in kvitteringen: 3-3.

Vilken match, vilken insats.

I båda lagen tänkte man redan säkert på ytterligare en halv timmes spel och Umeå var nära knockout. Men man har sin nummer 60 - världens i särklass bästa fotbollsspelare - Marta Vieira da Silva. Fyra muinuter före slutsignalen ordniarie tid rycker hon ifrån sina motståndare och sätter ett skott som hennes f d lagkompis Sofia Lundgren inte har nån chans på. 3:4. Umeå vinner svenska cupen.

Grattis till Umeå som får tacka Marta och hennes tre mål som gjorde skillnaden i dag.

Men stor respekt för AIK-tjejerna. Det måste kännas bittert att förlora, men laget kan verkligen hålla huvudena höga. En bragd att komma tillbaka från 0-3 till 3-3 och om inte Marta hade funnits...

Samma insats mot Linköping nu på lördag och allt kan hända.

14. August 2007

Sveriges VM-trupp

I kväll presenterade Thomas Dennerby Sveriges trupp för VM i Kina som börjar den 10 september.

Få överraskningar. Kristin Hammarström (Örebro) istället för den väntade Carola Söberg (Umeå) som lär bli ledsen. Och både Linda Forsberg och Madelaine Edlund. Med tanke på den visade formen de senaste veckorna är Edlund mer överraskande än "Foppa" som har verkligen krigat sig till en plats i laget.

Johan Esk tycker synd om Thomas Dennerby med tanke på generationsväxlingen han inte ville, men som han blev tvungen till efter Anna Sjöströms och framför allt Malin Moströms avgång och med tanke på alla skador som drabbat Carro Jönsson, Jossan Öqvist, Frida Nordin. Jag skulle ha nominerat Örebros anfallare Emelia Erixon, men även hon slet av korsbandet för några veckor sen.

Men Esk verkar inte se så fruktansvärt många damallsvenska matcher. Laget som Dennerby har nominerat har många utropstecken. Och stjärnorna som Marta eller Mosan som han saknar finns ändå: Hanna Ljungberg och Victoria Svensson. Och sedan hoppas jag på genombrottet för en lysande spelare med namn Lotta Schelin. Lotta har mycket gemensamt med Thierry Henry i spelet. Hon är lång, snabb och oerhört teknisk och spelar med stor elegans.

Vickan är alltid på hugget och jag verkligen beundrar denna kvinna och hennes järnvilja. Om Hanna tillfrisknar till 100% vilket man bara kan hoppas på, då blir det en stark anfallstrio. Och inhopparen Sara Johansson är så otroligt snabbt, bara Marta kan springa ännu snabbare i damallsvenskan.

Försvaret är i absoluta världsklass. Hanna Marklund är en av världens bästa backar och med Anna Paulsson och Sara Thunebro på kanterna kan det inte hända mycket. Innerback nummer två borde vara Karolina Westberg.

På mittfältet är det verkligen svårt att ersätta Malin Moström. Det går helt enkelt inte att överta hennes enorma utstrålning och betydelse. Spelmässigt finns det några som kommer nära, men det som saknas är spelaren och karaktären Moström som kunde lyfta hela laget.

Min startelva ser ut så här:

Sofia Lundgren,-,Sara Thunebro, Karolina Westberg, Hanna Marklund, Anna Paulsson,-,Frida Östberg, Nilla Fischer, Caroline Seger,-,Lotta Schelin, Hanna Ljungberg, Victoria Svensson.

Sen vet jag att Dennerby kommer att ersätta Lundgren med Lindahl och Paulsson med Östberg och att Therese Sjögran får en plats i mittfältet. Men tror att mitt lag skulle funka ganska bra ändå.

Såg Anna Paulsson i söndags mot Hammarby och vilken match hon gjorde!

Sen har man härliga offensiva avbytare som Sara Johansson och Therese Lundin. För att inte glömma Linda Forsberg som om man ger henne chansen kan göra sena mål som nyligen mot Bälinge...

Nej, Sverige kan gå långt, eller så gör de sorti redan i kvartsfinalen mot världsmästarna Tyskland. Men då gör de ändå en kanonmatch och kan verkligen skylle på dålig lottning.

Om de kan undvika Tyskland i kvarten kan det gå hur långt som helst. Jag håller tummarna.

Die Polizei, dein Freund und Helfer

Untätig sahen am Sonntag 30 Polizisten in Växjö zu, wie eine Massenschlägerei, in der eine Motorradgang beteiligt war, zu Körperverletzungen führte und Menschen misshandelt wurden. Wir waren einfach zu wenige, um einzugreifen, sagt Polizeichef Anders Karlsson.

Was für ein Armutszeugnis. Immerhin gibt es 30 Zeugen für die kriminellen Handlungen, falls es doch wider Erwarten zu einer Anklage kommt.

Explosiver Haus- und Wohnungsmarkt

Tomas Pousette von der staatlichen Kreditgesellschaft SBAB sagt, dass die Preise für Wohnungen und Häuser die Schmerzgrenze erreicht haben.

Sie sind schon längst weit drüber. Das gilt in erster Linie für Stockholm, aber auch für Malmö und Göteborg und wohl auch für weitere Orte wie etwa Uppsala, Västerås oder auch Umeå im Norden des Landes.

Gleichzeitig sind die Zinsen für Kredite mehrfach erhöht worden, was aber nicht zu einem Absinken der Preise geführt hat.

Haus- und Wohnungskäufer, die sich zum ersten Mal auf den Markt begeben, um sich eine Bleibe zu kaufen, kommen somit auf erhebliche monatliche Ausgaben. Gerade für junge Familien mit kleinen Kindern entstehen so oft Situationen, in denen eine Zinserhöhung oder eine Erhöhung der Strompreise dazu führen kann, dass sie sich das Eigenheim nicht mehr leisten können.

In Jordbro, südlich von Stockholm gelegen und sicherlich kein Traumgebiet, haben sich die Preise für Reihenhäuser mit winzigem Grundstück in den letzten sechs Jahren zum Beispiel verdoppelt und liegen jetzt bei mindestens 1,5 Millionen Kronen.

Wer in die Aussenbezirke Stockholms möchte, etwa ins am südlichen Ende der Gemeinde belegene Farsta, muss wenigstens 2 Millionen hinblättern.

Auf Lidingö, der Insel der Besserverdienenden, sind die einfachsten Häuser ab 4 Millionen zu haben - das Haus, das ein Bekannter bis vor kurzem mietete, ist schon ab 15 Millionen zu haben.

Dabei sind die meisten Objekte das Geld, das verlangt und bezahlt wird, nicht wert.

Socialstyrelsen backar inte

Och så skriver man att Socialstyrelsen har tagit åt sig den hårda och svidande kritiken mot de nya sjuskrivingsreglerna och backar.

Men projektledaren Jan Larsson backar inte. Han bara tydliggör att det också i fortsättningen är tillåtet att sjukskriva t e utbrända människor, något som inte verkades vara tillåtet längre överhuvudtaget.

Det gör hans och Försäkringskassans och regeringen som har det övergripande ansvaret för sina myndigheter förslag dock inte bättre. Antingen så tar man förslagen tillbaka helt och hållet eller så satsar man miljarder på sjukvården istället för att sänka förmögenhetsskatten och slopa fastighetsskatten för de rika.

Föga överraskande

Jörgen Herlofsens debattartikel och dess argument i Dagens Nyheter idag är föga överraskande. Han riktar hård kritik mot Socialstyrelsen och Försäkringskassans beslut att i princip icke sjukskriva utbrända fr o m oktober i år.

Jag har redan kommenterat de nya riktlinjerna på tyska för några dagar sedan och skrivit att det är ytterligare ett exempel på hur välfärdsstaten demonteras. I Tyskland är bilden av Sverige väldigt positivt, men vad folk där inte vet att det har skett stora förändringar bl a inom sjukvården och att de där nere mellan Flensburg och Konstanz har det mycket bättre än svenskarna just nu.

Inte bara noll toleransen mot de utbrända är en skandal utan också att man till exempel skurit ner sjukskrivningstiden för hjärtinfarktpatienter, patienter med lunginflammation mm.

Som en insändare tecknat Erik Olsson (Göteborg) i DN påpekar i dag:

"Så blir man av med svaga personer och deras mindervärdiga gener. Kör på, Försäkringskassan och Socialstyrelsen."

Sverige är på god väg.

13. August 2007

Förkrossande majoritet för oppositionen

I de senaste opinionsmätningarna blir oppositionen allt starkare.

Socialdemokraterna får 44% i Demoskops aktuella mätning, mer än hela den så kallade alliansen tillsammans.

Kristdemokraterna skulle för övrigt åka ut ur Riksdagen och det är bara bra. Ingen behöver dem.

Regeringen har gjort sitt för opinionsbilden - borgarna gick till val med löftet att bilda en regering för hela svenska folket.

Reformerna som regeringen har genomfört gynnar dock nästan uteslutet de rika.

- Avskaffandet av förmögenhetsskatten
- Avskaffandet av fastighetsskatten och istället en avgift som är lika i hela landet oavsett om man äger en 10-miljonersvilla i Danderyd eller på Lidingö eller en kåk i Västerbotten

De som verkligen behöver hjälp har bara fått det sämre: de arbetslösa, pensionärer och studenter och nyligen de sjuka.

Ingenting att undra över opinionssiffrorna.

Först när Reinfeldt förstår att han måste göra en insats för hela folket har borgarna en chans att komma tillbaka - annars blir Mona en solklar statsminister år 2010 och då utan kristdemokraterna.

Miljömärkt el är alldeles för dyrt

DN har gjort en rundringning till de stora elbolagen och fått veta att miljömärkt el går inte hem hos konsumenterna.

Ingenting att undra över. När jag bodde i ett eluppvärmt parhus var elräkningen som dumpade var tredje månad i brevlådan alltid en chockartad upplevelse.

Priserna har trots avregleringen stigit dramatiskt på senare år (först nu har de gått ned pga den dåliga, goda sommaren).

Och sen får man ju inte glömma att staten lägger på energiskatt. Det är rimligt och ska leda till att konsumenterna tar ansvar för sin förbrukning.

MEN att man sedan på elpriset och energiskatt fortfarande lägger på 25% MOMS, alltså skatt på skatt, det är en skandal!

Den borgerliga regeringen har gjort mycket för de välbeställda. Här skulle de kunna göra någonting för alla som betalar el:

Ta bort skatten på skatten. Bort med momsen på energiskatten.

Kanske skulle konsumenterna då ha råd med miljömärkt el. De flesta har inte det.

12. August 2007

Hammarby verliert unglücklich gegen Umeå


Man hatte erwartet, dass Hammarby sich ordentlich ins Zeug legen würde, dass aber die Startruppe von Umeå um die welbeste Spielerin Marta das Ding mit 2,3,4-0 nach Hause schaukeln würde.

Knapp tausend Zuschauer, darunter viele Spielerinnen von Djurgården (Victoria Svensson, Jane Törnqvist, Sara Thunebro, Therese Brogårde, Emma Lundh, Ariana Hingst, Kicki Bengtsson und vielleicht noch mehr?) waren zum Kanalplan aus Söder gekommen, um die Meistermannschaft aus Nordschweden zu sehen.

Und Hammarby begann das Spiel mit einem (spielentscheidenden) Gastgeschenk. Eine Rückgabe von Karolina Rinman landete statt bei Torfrau Kathrin Lehmann bei der kleinen, wieselflinken Ramona Bachmann, die ihre Landsmännin umkurvte und den Ball zum 1:0 ins Tor rollte.

Jetzt sollte alles seinen gewohnten Gang gehen. Denkste. Hammarby spielte 90 Minuten lang fokussiert, konzentriert mit der wahrscheinlich besten Saisonleistung, aber der Ball ging doch nicht ins Tor. Trotz Chancen von Sara Johansson, Karolina Rinman und Jennie Jonsson. Trotz eines überragenden kämpferischen Einsatzes von allen Spielerinnen. Noch nie habe ich Louise Fors, die begnadete Technikerin, so aggressiv und zweikampfstark gesehen. Hinten spielten Annica Svensson, Elin Sölveskog und nicht zuletzt Anna Lindblom kompromisslos und gaben Marta und Madelaine Edlund selten Gelegenheiten. Einmal spurtete Marta an der gesamten Verteidigung vorbei, aber der Winkel war zu schlecht, um Kathrin Lehmann zu gefährden.

Es blieb beim 0:1, aber die sonst eher an ruhige Nachmittage gewöhnten Abwehrspielerinnen von Umeå IK, Anna Paulson und Karolina Westberg, mussten Schwerstarbeit verrichten. Die Brasilianerin Elaine gewann die meisten Zweikämpfe und trug mit dazu bei, dass Umeå letztlich doch gewann.

Die anderen Spiele:

Klarer Heimsieg für Malmö gegen Auf- (und ab?)steiger Falköping. 3:0, dabei aber eine Verletzung von Nationalspielerin Frida Nordin, die Nationaltrainer Thomas Dennerby eventuell noch Kopfzerbrechen bereiten wird.

QBIK mit der Deutschen Jennifer Meier holte beim 0:0 einen Auswärtspunkt bei Bälinge und konnte damit die rote Laterne an Falköping abgeben.

Göteborg besiegte AIK erwartungsgemäss mit 3:1, wobei das zwischenzeitliche Führungstor für AIK zu notieren ist.

Und Linköping und Sunnanå trennten sich 2:2. Sunnanå glich in der 90. Minute aus, aber überraschend ist das Resultat kaum. Sunnanå wird gegen Ende der Saison immer stärker.

Am Dienstag gibt Thomas Dennerby auf dem Stockholmer Hauptbahnhof und live im TV4 die 21 Spielerinnen bekannt, die er mit nach China zur WM nimmt und am Mittwochabend ist Pokalfinale in Solna zwischen AIK und, ja richtig, Umeå.

Auf dem Foto eine Zweikampfszene, die typisch für das Spiel Hammarby - Umeå war und die Intensität dieser hochklassigen Begegnung dokumentiert. In den grünweissen Hammarbytrikots Jessica Landström und rechts die Belgierin Marijke Callebaut.

Michael Connelly: The Overlook


Michael Connelly ist der legitime Nachfolger von Raymond Chandler und Ross MacDonald (Kenneth Millar). Die moralische Schilderung von Los Angeles, die Chandler und MacDonald aus der Perspektive ihrer Helden Philip Marlowe und Lew Archer präsentierten, setzte Connelly fort mit den Romanen um seinen Lieutenant der LAPD (Los Angeles Polica Department) Harry Bosch.

"The Overlook" ("Die Aussicht", noch nicht übersetzt) ist Connellys 13. Roman mit Harry Bosch. Darüber hinaus hat er fünf weitere Romane geschrieben, von denen Clint Eastwood "Blood Work" (1998) verfilmt hat.

Nun geht es um Terrorismus. Auf einem Aussichtsplatz, ganz in der Nähe von Madonnas ehemaligem Domizil, wird die Leiche eines Mannes gefunden, der freien Zugang zu radioaktivem Material hatte. Aus einem Krankenhaus, in dem der Mann kurz vor seiner Ermordung gewesen ist, sind Cesiumstäbe verschwunden. Genug, um eine nationale Katastrophe anzurichten.

Das FBI ermittelt mit einer Spezialeinheit und Bosch muss nicht nur mit Bösewichtern kämpfen, sondern auch gegen eine Organisation, die mit undemokratischen Mitteln arbeitet, um die Demokratie zu retten.

"The Overlook" ist ein im Vergleich zu den anderen Büchern Connellys dünnes Buch und kommt mit gut 250 Seiten aus. Geschrieben hat er es ursprünglich als Feuilletonroman für die New York Times in sechzehn Teilen. Dann ausgearbeitet als Roman.

Wie Robin Vidimos in der Denver Post zu "The Overlook" bemerkt hat: "Das, was am meisten an diesem Buch überrascht, ist, dass es Connelly schon wieder gelungen ist, einen "home run" zu machen. Er macht dies leise und ohne Pyrotechnik. Und er lässt es so unglaublich einfach erscheinen."

Seit "Echo Park" bedient sich Connelly auch "You Tube", um seine Bücher zu promoten.

Ein exklusives Video zu "The Overlook", in dem zu Fotos und Zeichnungen aus den ersten Kapiteln gelesen wird gibt es hier:

11. August 2007

Sommerversprechen

Kurz bevor es wieder losgeht, mit den Schulen und Kindergärten und der Arbeit für fast alle Schwedenm halten die Spitzenpolitiker wie gewöhnlich Reden an ihre Klientel.

Fredrik Reinfeldt fuhr ins beschauliche Waxholm, in dem es kaum oppositionell Gesonnene gibt und Mona Sahlin begab sich nach Fittja in die Gemeinde Botkyrka, südwestlich von Stockholm. Da, wo die Häuserpreise im gesamten Regierungsbezirk am niedrigsten sind und es viele Einwanderer gibt.

Reinfeldt versprach den schlechter Verdienenden Steuererleichterungen von 200 Kronen pro Monat.

Mona Sahlin hätte ihren Auftrittsort nicht besser wählen können. Im Vorort hielt sie eine Rede für die Bewohner der Vororte und versprach ab 2010 ein Milliardenprogramm zu initiieren, um das Leben just hier zu verbessern. Hier müssten Wohnungen renoviert werden, unheimliche Tunnel sollten entfernt werden, die Schulen verbessert werden, um den Menschen eine Perspektive zu geben.

10. August 2007

Schweden baut den Sozialstaat weiter ab

Das "schwedische Modell" ist ein Ausdruck, der in Deutschland immer noch kursiert. Es ist etwas höchst Respektables, meint man damit in Deutschland doch eine Gesellschaft, die sich in vorbildlicher Weise um die Kranken und Schwachen kümmert. Meint man ein Gesundheitswesen, das seinesgleichen sucht.

Eigentlich meint "den svenska modellen" im schwedischen Sinn lediglich das Faktum, das sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer über die gesetzlichen Mindesstandards hinaus darauf verständigen, was am besten für die Unternehmen und ihre Mitarbeiter ist. Es ist ein Modell des Kompromisses in der "Kompromissgesellschaft", wie Schweden dereinst von ausländischen Politologen genannt wurde.

Das, was die Deutschen unter dem "schwedischen Modell" verstehen, ist jedoch in den vergangenen 20 Jahren in vieler Hinsicht demontiert worden. Der schwedische Arzt und Humorist Richard Fuchs schrieb dereinst einen vorzüglichen Guide unter dem Titel "Visst är det härligt att vara svenskt" (Sicher ist es toll, Schwede zu sein). Darin schlug er unter anderem ein sich über mehrere Wochen erstreckendes Gesellschaftsspiel vor, dessen Ziel es ist, innerhalb kürzester Zeit denselben Arzt zweimal telefonisch zu erreichen. Fuchs schätzte die Mindestdauer dieses vergnüglichen Zeitvertreibs auf ca. zwei Wochen. Das Buch ist nicht mehr im Handel, aber in Bibliotheken zu finden.

Nun hat die Försäkringskassan
, die schwedische Krankenkasse im Zusammenspiel mit der Sozialbehörde (socialstyrelsen) beschlossen, den Ärzten des Landes die Anweisung zu geben, bei bestimmten Krankheiten ab Oktober nicht mehr oder in geringerem Umfang Patienten krank zu schreiben.

Wer an einem "burn out"-Syndrom leidet, wurde bisher im Schnitt 119 Tage krank geschrieben. Ab Oktober reduziert sich diese Zahl auf 0 Tage.

Herzinfarktpatienten waren bislang durchschnittlich 118 Tage krank geschrieben. Ab Oktober bekommen sie vier Wochen Vollzeit-, vier Wochen Teilzeitkrankschreibung. Und dann malochen, wenn es keine Komplikationen gibt.

Blinddarmentzündung: Bisher 27 Tage. Ab Oktober 0 Tage, 2-4 Wochen, wenn der Patient physisch anstrengende Arbeit erledigt.

Lungenentzündung: 35 Tage. Künftig vier Wochen, es sei denn der Patient hat zusätzlich Asthma oder Kol.

Insgesamt 90 Krankheiten wurden neu eingestuft. Der verantwortliche Projektleiter der Sozialbehörde, Jan Larsson: "Wir können nicht sagen, dass wir für einige unserer Entscheidungen eine wissenschaftliche Grundlage haben, weil die Frage nach der Arbeitskapazität relativ neu für die medizinische Forschung ist."

Alexander Perski, Dozent am Institut für Psychosoziale Medizin am renommierten Karolinska Krankenhaus: "Das klingt wie ein weiterer Versuch, Geld zu sparen. Das richtet sich vor allem gegen Frauen und Schwache in der Gesellschaft."

Und: "Die wichtigste Frage, ist, dass die Patienten Hilfe bekommen, nicht wie lange sie krank geschrieben werden. Den Kampf, die Krankschreibungen zu minimieren, führt man besser damit, dass man kranke Menschen behandelt."

Keine wissenschaftliche Grundlage, die Folgen unabsehbar, aber der Staat spart Geld und kann damit seine Steuererleichterungen und Geschenke an die besser Gestellten auf Kosten von Kranken finanzieren.

So viel zum "schwedischen Modell" im Jahr 2007. Herr Reinfeldt, schämen Sie sich!

9. August 2007

Bittere Niederlage für Djurgården

Sie hatten sich Hoffnungen gemacht, in dieser Saison den gewohnten Durchmarsch von Umeå IK stoppen zu können. In einem vorgezogenen Spiel des 17. Spieltags verloren die Frauen von Djurgården jedoch heute Abend überraschend (nicht sensationell) mit 1:2 bei KIF Örebro.

Falls Umeå am Sonntag bei Hammarby gewinnt, betrüge der Abstand dann fünf Spieltage vor Schluss sechs Punkte. Und schlimmer noch: Wenn Malmö sein Heimspiel gegen Falköping gewinnt (alles andere wäre eine Sensation), dann fiele Djurgården auf Platz drei zurück.

Das Endspiel um die Meisterschaft, das man sich so für den 3. November auf Kristinebergs IP gegen Djurgården gewünscht hatte, findet vielleicht schon am 18.08. zwischen Umeå und Malmö statt. Darüber hatte ich mit Ari Hingst vor ein paar Wochen noch gescherzt.

Aber wer das Team um Mannschaftskapitänin Victoria Svensson kennt, weiss, dass "Vickan" vielleicht heute Abend den Kopf etwas hängen lässt, aber schon morgen wird sie ihre Teamkolleginnen motivieren - jetzt erst recht.

Ari Hingst hatte ihr Team zur Halbzeit in Führung gebracht, aber wieder einmal liess man wohl zu viele Chancen aus. In der zweiten Halbzeit dann der Ausgleich durch die eingewechselte Hanna Pettersson und der Siegtreffer für die Gastgeber durch einen Elfmeter, den Pavlina Scasna verwandelte (78.). Was sich gegen Bälinge noch nicht strafte (zu viele Chancen ausgelassen), scheint nun bestraft worden zu sein. Der Elfer scheint fragwürdig gewesen zu sein, aber was nützt das.

Örebro hat zum ersten Mal (!) in seiner Vereinsgeschichte ein Spiel gegen die drei Grossen (Umeå, Djurgården, Malmö) gewonnen. Das muss man dann auch anerkennen.